Obdachlosen-Lager am NRW-Forum in Düsseldorf darf bleiben

Stadtverwaltung Düsseldorf lenkt ein: Obdachlose dürfen vorerst doch am NRW-Forum bleiben

Die Stadt Düsseldorf hat die angekündigte Räumungsmaßnahme am NRW-Forum ausgesetzt. Fiftyfifty will jetzt Wohnungen für die Betroffenen suchen und hofft dabei auf ein Entgegenkommen der Stadt.

Die Stadt will das Obdachlosen-Lager in den Seiten-Pavillons des NRW-Forums jetzt doch nicht räumen lassen. Sozialdezernent Burkhard Hintzsche sagte gestern, die Maßnahme werde ausgesetzt. Eine so plötzliche Räumung im Januar sei klar „die falsche Maßnahme zur falschen Zeit“. Er habe sich noch am Mittwoch ein Bild von der Situation vor Ort gemacht, es liege keine besondere Situation im Vergleich mit den vergangenen Monaten vor.

In den überdachten Pavillons an der Nord- und Südseite des Museums am Ehrenhof haben seit längerer Zeit Obdachlose ihre Schlafplätze eingerichtet. Es handelt sich nach Angaben der Obdachlosenhilfe Fiftyfifty dabei in vielen Fällen um Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht in Notschlafstellen übernachten wollen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das NRW-Forum die Obdachlosen mit einem im Pavillon aufgehängten Zettel dazu aufforderte, ihre Plätze bis spätestens zum kommenden Sonntag zu verlassen. Andernfalls werde die Awista am Montag das Lager räumen, künftig werde es verstärkt Kontrollen des Ordnungsdienstes und der Polizei geben. Hintergrund waren nach Angaben der Stadt viele Beschwerden von Museumsbesuchern und eine erhöhte Brandgefahr durch die gelagerten Gepäckstücke.

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Fiftyfifty hatte das Schreiben des NRW-Forums scharf kritisiert und noch am gleichen Tag einen Sozialarbeiter zum Ehrenhof geschickt. Der Geschäftsführer der Organisation, Hubert Ostendorf, zeigte sich am Donnerstag entsprechend erleichtert. Er wolle nun gerne möglichst bald mit der Museumsleitung und allen Beteiligten sprechen.

Die beste Lösung wäre Ostendorf zufolge, dass die Betroffenen bald Wohnungen beziehen. „Wir werden versuchen, im Rahmen unseres Housing-First-Projektes Wohnungen für sie zu finden.“ Allerdings werde das durch den angespannten Mietmarkt erschwert. „Wir hoffen noch immer, dass die Städtische Wohnungsgesellschaft uns einige Wohnungen zur Verfügung stellt“, sagte Ostendorf.

Man biete eine umfassende Betreuung der neuen Bewohner an. Es gebe etwa im Projekt der Organisation in Gerresheim einen Mann, der vorher lange am NRW-Forum schlief: „Wenn man den Leuten eine Wohnung gibt, dann klappt es.“

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