Fiftyfifty in Düsseldorf: Obdachlose fühlen sich von Ordnungsdienst schikaniert

Fiftyfifty in Düsseldorf: Obdachlose fühlen sich von Ordnungsdienst schikaniert

Das Straßenmagazin Fiftyfifty erhebt schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) der Stadt Düsseldorf. Diese sollen Wohnungslose schikaniert haben. Die Stadt streitet das ab.

Drei Fälle schildern die Mitarbeiter von Fiftyfifty konkret, insgesamt soll es sieben in den vergangenen vier Wochen gegeben haben:

"Jahrelang war Ruhe. Es gab ein nettes Nebeneinander zwischen Wohnungslosen und OSD", sagt die Fiftyfifty-Mitarbeiterin. Doch derzeit beobachte man ein vermehrtes ruppiges Vorgehen von einzelnen Ordnungsdienstlern. Als "unverhältnismäßig" bezeichnet von Lindern dieses Verhalten. Ihre Vermutung: "Die Stadt soll aufgeräumt werden - weil Weihnachtsmarkt ist." Deshalb gehe die Stadt vermehrt gegen Wohnungslose vor. Das findet von Lindern skandalös. "Diese Menschen haben wenig Beschwerdekompetenz, sie können sich nur schwer wehren."

Stadt weist die Vorwürfe zurück

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"Es gibt keine Anweisung, verstärkt gegen Menschen mit Lebensmittelpunkt auf der Straße vorzugehen", sagt dagegen ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion. Wenn diese Menschen sich aber nicht an rechtliche Bestimmungen hielten, müsse der Ordnungsdienst auch dagegen vorgehen. Da sie keine Postadresse hätten, müsse man Ordnungsgelder direkt vor Ort vollstrecken.

Konkret zum ersten Fall lieferte der Stadtsprecher auf Anfrage folgende Begründung: Wer beim Betteln um Geld einen Hund dabei habe, verstoße gegen das Tierschutzgesetz. In Paragraph 11 sei geregelt, dass "das Zurschaustellen von Tieren" nur mit Erlaubnis der zuständigen Behörde legal sei. "Wer einen Hund dabei hat, um Mitleid zu erheischen, betreibt verbotene Bettelei", so der Sprecher der Stadt. Zsolt R. sei darauf mehrfach hingewiesen werden, bevor ein Ordnungsgeld vollstreckt worden sei.

Zum Fall des verschwundenen Handys sagte der Sprecher: "Das fällt mir schwer zu glauben. Wenn er das Bußgeld zahlt, bekommt er das Handy wieder." Ordnungsdienstmitarbeiter machten keinen Unterschied zwischen Menschen mit und ohne festem Wohnsitz. "Das kann ich nahezu ausschließen."

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