Düsseldorf: OB will Kö-Bogen II reduzieren

Düsseldorf: OB will Kö-Bogen II reduzieren

Die geplante Bebauung am Rande des Gustaf-Gründgens-Platzes steht plötzlich wieder zur Disposition. Oberbürgermeister Dirk Elbers reagiert auf kritische Stimmen aus der Bürgerschaft.

Die beim zweiten Bauabschnitt des Großprojekts Kö-Bogen geplante Bebauung am Rande des Gustaf-Gründgens-Platzes wird möglicherweise reduziert oder ganz gestrichen. So hat sich Oberbürgermeister Dirk Elbers am Mittwochabend im Live-Interview im Kirmes-Studio von center.tv und Rheinischer Post geäußert. Auslöser war eine Frage zu den Sorgen des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges, der befürchtet, neue Häuser am Rand des Gründgens-Platzes würden die Sichtachse auf das Schauspielhaus verstellen. Elbers sagt, auch er habe sich diese Frage gestellt.

Das Schauspielhaus und vor allem das Dreischeibenhaus — beide sind denkmalgeschützt — seien Solitäre, die wirken müssten. "Man muss wirklich darüber nachdenken, die geplanten Baufelder zu reduzieren oder sogar ganz auf sie zu verzichten", sagt Elbers. Für ihn gibt es zwei Varianten: Eine sei, neue Baufelder zuzulassen, aber in reduzierter Form, so dass eine breite Schneise über den Gustaf-Gründgens-Platz zum Schauspielhaus frei bleibt. Diese könne von dem neu entstehenden, vom Verkehr befreiten Platz im Kreuzungsbereich von Berliner Allee und Schadowstraße zum Theater führen.

Zweitens: Elbers schließt auch nicht aus, ganz auf die neue Randbebauung zu verzichten. Die ebenfalls geplante Ersatzbebauung für das bestehende Gebäude am Rand des Gründgens-Platzes — Ankermieter ist derzeit ein großer Vodafone-Shop — könne dennoch realisiert werden, falls die Eigentümer dies wollen.

Damit dürfte den Jonges die Sorge genommen sein. Auch die Planer aus dem Architekturbüro HPP, die gerade das Dreischeibenhaus modernisieren, hatten Bedenken, weil einer der geplanten Baukörper sehr nah an das denkmalgeschützte Hochhaus gerückt wäre.

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"Es ist sicher gut, die Pläne für Kö-Bogen 2 noch einmal zu diskutieren", sagt CDU-Fraktionschef Friedrich G. Conzen in einer ersten Reaktion. Ob dabei herauskomme, dass am Ende am Gustaf-Gründgens-Platz überhaupt kein Neubau mehr entsteht, könne er heute noch nicht abschätzen. Schließlich sagten alle Experten, dass Plätze eingefasst werden müssten.

Weiterhin ist im zweiten Teil des Kö-Bogens eine Neubebauung der Düsseldorfer Tuchtinsel geplant: Wo heute zwischen Peek & Cloppenburg und Berliner Allee ein Gebäuderiegel steht, soll auf deutlich weniger Fläche ein höheres Gebäude entstehen.

Von der ursprünglichen Idee des Siegerentwurfs des Architektenteams Juan Pablo Molestina und Thomas Fenner, neben dem Riegel — der neu errichtet worden wäre — ein Hochhaus zu bauen, hat die Stadt Abstand genommen.

(RP)
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