Wohnen in Düsseldorf: OB: Mehr Wohnungen in Grafental

Wohnen in Düsseldorf : OB: Mehr Wohnungen in Grafental

Wohnen spielte bei der Präsentation von OB Dirk Elbers auf der Immobilienmesse Expo Real in München eine zentrale Rolle. 9000 Wohneinheiten sollen in den nächsten Jahren entstehen, alleine 1600 im neuen Wohnviertel Grafental in Flingern.

Wo Düsseldorf vorkommt, ist der Hit der "Toten Hosen" dabei: "An Tagen wie diesen" schallt es durch die Messehalle in München. Es ist der Auftakt für die Präsentation der NRW-Landeshauptstadt auf der Immobilienmesse Expo Real. "Wir sind am Ball, wir sind Erste Liga", ruft OB Dirk Elbers, während die ersten Bilder über die Leinwand laufen. Erste Liga ist Düsseldorf auch beim Wohnen, immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. 605 000 Einwohner sollen es 2025 nach Berechnungen des Rathauses sein. Landesstatistiker gehen sogar von 20 000 mehr aus. Die wachsende Stadt braucht Wohnraum. Die Mieten steigen. Über all das wird seit Monaten debattiert. Deshalb stellte Elbers neben wichtigen Projekten wie Kö-Bogen, Dreischeibenhaus und Vodafone-Campus vor allem das Thema Wohnen ins Zentrum seiner Rede. 9000 Wohneinheiten entstehen demnach in den nächsten Jahren in Düsseldorf.

Das Projekt Grafental in Flingern gehört zu den größten. Bisher waren 1000 Wohneinheiten vorgesehen. Nun sollen es bis zu 600 mehr werden. Als Elbers das ankündigt, gibt es von den dicht gedrängten Zuhörern Applaus. Statt der bisher geplanten Büros sollen auch im nördlichen und östlichen Bereich des 14,4 Hektar großen Areals (entlang der Metrostraße) Wohnungen entstehen. "Die Nachfrage ist dort groß", sagt Elbers. Für einen Teil der 500 bis 600 neuen Wohnungen soll eine Mietpreisbindung gelten. "Die Gespräche laufen noch, aber wir gehen von unter zehn Euro pro Quadratmeter festgesetzt auf zehn Jahre aus", sagt Stadtplanungsdezernent Gregor Bonin. Die Mietpreisbindung hält der Investor freiwillig ein — im Gegenzug gibt die Stadt die Zustimmung für die geänderten Pläne und einen niedrigeren Kaufpreis. "In Flingern geht es nicht rein hochpreisig", sagt auch Andreas Mauska vom Investor BCP.

Auch die rot-grüne Rats-Opposition begrüßt, dass dort mehr Wohnungen gebaut werden. "Eine gute Sache", sagt Grünen-Ratsherr Jörk Cardeneo. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt SPD-Fraktionschef Markus Raub. Ob jedoch das Konzept für die Mietpreisbindung tragfähig ist, bezweifelt er noch. Bonin betont, dass das Prinzip der Mietpreisbindung in Planungsverfahren standardisiert eingebaut werden soll, um nicht mit jedem Investor einzeln verhandeln zu müssen. Als Richtungswechsel in der Wohnpolitik will Elbers dies nicht verstehen: "Das gehört für uns schon immer dazu. Der Wohnungsmarkt muss funktionieren."

Auch an der Witzelstraße in Bilk, wo 300 Wohneinheiten, Büros und eine Kita gebaut werden, hat man sich auf eine Mietpreisbindung geeinigt — die Miete darf 8,50 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen. 340 relativ preiswerte Wohnungen sollen bei dem Projekt "Karolinger Höfe" auf dem früheren Auto-Becker-Gelände an der Suitbertusstraße in Bilk entstehen. Den vom Investor Quantum ausgeschriebenen Wettbewerb haben der Düsseldorfer Landschaftsarchitekt Thomas Fenner im Team mit den Kölner Architekten MSM gewonnen.

Wohnen steht auch bei "Rheinkilometer 740" neben dem Dominikus-Krankenhaus in Heerdt im Zentrum: Zwischen Pariser Straße und Rhein sollen 300 Wohneinheiten entstehen, davon 70 in einem Wohnhochhaus nach einem Entwurf des Berliner Architekten Jürgen Mayer H. Auf der Expo Real wurde auch bekannt, dass der renommierte Architekt, der seinen Gebäuden gerne organische Formen gibt, ein drittes Projekt gestaltet: das Gebäude der privaten Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM), das südlich des FH-Campus auf dem Areal des Derendorfer Güterbahnhofs entsteht. Dies stieß beim CDU-Planungsexperten Alexander Fils und FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf Freude.

Ein weiteres Wohnbauprojekt könnte nach vielen Jahren des Wartens doch noch auf den Weg gebracht werden: die Luxus-Wohntürme "Königskinder", die der Investor Frankonia an der Speditionsstraße plant. Letzte Abstimmungen mit der Hafenindustrie seien auf einem guten Weg, sagte Planungsdezernent Bonin. OB Elbers machte aus seiner Ungeduld keinen Hehl: "Ich will, dass das gebaut wird. Wenn Frankonia es nicht macht, müssen sie es zurückgeben!"

(RP)
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