Düsseldorf: OB Elbers: U80 aufs Wartegleis

Düsseldorf: OB Elbers: U80 aufs Wartegleis

Die Messe wird auf ihre ersehnte Süd-Umfahrung noch fünf oder sechs Jahre warten müssen, denn der OB will sparen und verschiebt das Projekt. Auch den Ausbau des Aquazoos könne man später angehen.

Die Messe wird als erste zu spüren bekommen, dass Düsseldorfs Kassen nicht mehr so wohl gefüllt sind wie noch vor einem Jahr: Um zu sparen, wird man den Bau der so genannten Messe-Südumfahrung (U 80) aufschieben. Für mindestens fünf oder sechs Jahre, erklärte Oberbürgermeister Dirk Elbers gestern.

Er bestätigte damit eine Aussage vom Tag zuvor. Da hatte er erklärt, der Ausbau der U 79 bis zur Universität, der jetzt begonnen hat, sei für ihn erheblicher wichtiger als der Neubau der U 80. Bei der Messe selbst wird man diese Aussage mit wenig Begeisterung zur Kenntnis genommen haben. Denn die Messe-Macher versprechen sich vom Bau der U 80 (s. Karte) eine erhebliche Verbesserung ihrer Verkehrsanbindung und mehr Komfort für Standbetreiber und Besucher. Messe-Chef Werner Dornscheidt zeigte aber Verständnis: "In Zeiten, in denen die Finanzen knapper sind, muss man halt sparen. Das tun wir bei der Messe ja auch!" Dornscheidt ist aber auch davon überzeugt, dass das Projekt nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist.

Hintergrund der Kehrtwende bei diesem Verkehrsprojekt: Von den ca. 100 Millionen Euro, die der Neubau kosten würde, kommt die Hälfte vom Land, den Rest muss Düsseldorf selbst stemmen. Das jedoch ist bei den derzeit rückläufigen Steuereinnahmen nicht ohne weiteres machbar. Und neue Schulden aufnehmen will Elbers keinesfalls — lieber streicht oder streckt er Projekte, die für ihn ohnehin einen Hauch von entbehrlichem Luxus haben.

Der gemeinsam mit der U 80 geplante Neubau einer Linie namens U 81 soll dagegen weiter betrieben werden. Das ist eine Linie, die auf der Trassenführung von U 78/79 läuft und ab dem Freiligrathplatz auf einer neuen Trasse bis zum Flughafen führen soll. Diese Bahn ist vor allem auf Betreiben der FDP geplant worden und wird wohl auch gebaut.

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Neben der U 80 sollen andere Großvorhaben ebenfalls auf den Prüfstand, sagt auch CDU-Fraktionschef Friedrich G. Conzen. Zum Beispiel der Ausbau des Aquazoos. Derzeit werde untersucht, was tatsächlich jetzt saniert werden müsse, sagt Conzen.

Eine Erweiterung könne in einem späteren Schritt erfolgen. Das politische Vermächtnis des verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin, in dem er wenige Tage vor seinem Tod gefordert hatte "Baut ein Aquarium mit internationalem Anspruch!" sei deshalb zwar nicht obsolet. "Aber wir sollten uns nicht mit Städten vergleichen, die wir nicht sind, sondern auf dem Teppich bleiben", sagt Conzen mit Blick auf den Vergleich mit dem Aquarium in Atlanta, das Erwin als Vorbild genannt hatte.

Die Zeit solle genutzt werden, um die Planung voranzutreiben, damit man dann schnell reagieren könne. "In der Vergangenheit wurden ein paar Dinge zu schnell auf die Schiene gesetzt", so Conzen, ein Beispiel dafür sei der Umbau der Alten Paketpost am Hauptbahnhof.

Wegen schwerer Fehler seitens der Stadt war es nicht nur zu erheblichen Verzögerungen und zeitweise einem Umbaustopp gekommen, sondern auch zu Mehrkosten von über 20 Millionen Euro. "Wenn wir sechs Monate länger geplant hätten, wäre uns das nicht passiert", glaubt Conzen.

(RP)
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