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Düsseldorf: OB Elbers hält Victoria die Krücken

Düsseldorf : OB Elbers hält Victoria die Krücken

Im Düsseldorfer Rathaus ist am Mittwoch das schwedische Kronprinzenpaar empfangen worden: Ein Termin mit Fähnchen, einer Heine-Erstausgabe und vielen Treppen. Oberbürgermeister Elbers hielt Victoria die Krücken.

Winken ist immer gut. Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Deshalb hat die Pressestelle des Düsseldorfer Rathauses auch ein paar Fähnchen an die Menschen verteilt, schwedische und die der Stadt Düsseldorf, doch natürlich bekommt nicht jeder eine ab. Zu viele Rentnerinnen haben den Weg zum Rathaus gefunden, kleine Kinder außerdem, die beim Prinzessinnnengucken natürlich bevorzugt behandelt werden. Die Stimmung ist gut, trotz der Kälte. Vor dem Rathaus wehen die Flaggen Düsseldorfs, Deutschlands, Schwedens und Nordrhein-Westfalens, stellvertretend für die, die selbst nichts zum Winken haben. Etwa 350 Menschen sind es, die das schwedische Kronprinzenpaar an diesem Morgen begrüßen wollen, Astrid und Dirk Elbers nicht mitgezählt.

Die Holländerin Jannemieke den Besten übergab ein Geschenk für Estelle. Foto: Endermann, Andreas (end)

Man erzählt sich die letzten Geschichten von Victoria, von Daniel, spricht von Dramen, der Hochzeit, der armen Schwester und tatsächlich auch von persönlichen Begegnungen. Carmela Mellström, die mit ihrer Tochter Celine gekommen ist etwa, hat Victoria einmal gar in der Oper angerempelt, in Schweden. Da darf man schon neidisch sein, aber Frau Mellström ist eine Landsmännin von Victoria. Man sagt ja immer, dass die Schweden so volksnah sind; eine Ansicht, die sich bestätigt, als der Konvoi des Paares vorgefahren ist, Victoria und Daniel ausgestiegen sind.

Jubelten Victoria zu: die Kinder der Kita "An der Mariensäule". Foto: Endermann, Andreas (end)

Etwas mühsam ist es für Victoria mit ihrer Beinschiene und den Krücken, doch natürlich lächelt sie. Strahlend, wie es nur eine Prinzessin kann. Genau wie ihr Mann Daniel trägt sie das Haar nach hinten, ein bisschen streng, doch das täuscht. Sie kümmert sich um die Leute, die ihr zuwinken. Zunächst um den OB und seine Frau. Dann schüttelt sie andere Hände, nimmt Geschenke und Blumen entgegen, die sie an ihren Mann weiterreicht, der sie wiederum an eine Frau in Uniform gibt. Darunter auch die pinken Haarspangen und das Foto, das die Niederländerin Jannemieke den Besten ihr reicht.

Bei Jonas, einem kleinen Halbschweden, dessen Sportunterricht zum Glück heute ausgefallen ist, kommt nur ein schüchternes "Hallo" raus. Eine Kindergruppe ruft einstimmig "Victoria", die Prinzessin macht ein paar Faxen. Und geht nach zehn Minuten nach innen. Sie muss die Treppe nehmen, es gibt keinen Aufzug zum Jan Wellem Saal, Elbers entschuldigt sich, es sei eben ein altes Gebäude. Im Vorfeld des Besuchs hatten die Schweden die Treppen genehmigt, das könne die Kronprinzessin auch auf Krücken gehen. Trotzdem ist sie ein wenig außer Atem, als sie den Jan Wellem Saal betritt.

Sie grüßt, "Hello" mit einer unvermutet tiefen Stimme. Dann gibt's Reden. Zuerst Elbers auf Englisch, was nicht zu den Stärken des Düsseldorfer OBs gehört. Es geht um die Stadt und Königin Silvias Abitur, das sie am Luisengymnasium gemacht hat ("Wie meine Mutter", sagt der OB). Elbers spricht von den vielen schwedischen Unternehmen, die sich in Düsseldorf angesiedelt hätten und den Special Olympics. Und es geht um den "Rheinisch Way of Life", den die Prinzessin hoffentlich ein bisschen kennengelernt habe.

Victoria bedankt sich zunächst auf Deutsch, während der OB ihre Krücken hält. "Eine sehr große Freude" sei es für sie in Düsseldorf zu sein. Dann redet sie auf Englisch weiter, bedankt sich wieder für den herzlichen Empfang, trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein, "Ich hab ja nur einen kurzen Namen", und verschwindet zu Gesprächen. Nach 20 Minuten, in denen sie eine Heine-Erstausgabe entgegen nahm, kommt sie wieder auf den Marktplatz. Noch einmal Jubeln, Fähnchenschwenken, Lächeln. Am Ende stehen Astrid und Dirk Elbers allein auf dem Roten Teppich. Ein gut gelaunter OB gibt ein Autogramm. "Ich darf das", sagt er, "sie nicht."

(RP)