1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Studiengebühren: Nur jeder Dritte zahlt

Studiengebühren : Nur jeder Dritte zahlt

Studienbeiträge sind ein Dauer-Streitthema an den Hochschulen. 500 Euro zahlen etwa die Studierenden an der Heine-Uni pro Semester – und fordern, dass sich dafür einiges zum Besseren verändert. Immer wieder sind die Studienbeiträge Thema im Senat.

Studienbeiträge sind ein Dauer-Streitthema an den Hochschulen. 500 Euro zahlen etwa die Studierenden an der Heine-Uni pro Semester — und fordern, dass sich dafür einiges zum Besseren verändert. Immer wieder sind die Studienbeiträge Thema im Senat.

Anlass genug für die Verwaltung und die Prorektorin für Lehre, Studium und Studienreform, Hildegard Hammer, in Abständen über die Verwendung des studentischen Geldes zu berichten. Immerhin geht es pro Semester um ca. fünf Millionen Euro.

Bei 16.055 Studierenden nimmt die Heine-Uni in diesem Wintersemester 4,7 Millionen Euro ein. Dass es bei einem Beitrag von 500 Euro pro Student nicht acht Millionen Euro sind, liegt daran, dass im Wintersemester mehr als jeder Dritte von den Beiträgen befreit ist: So zahlen die mehr als 3000 Erstsemester nicht, ebenso wenig Doktoranden, viele Eltern minderjähriger Kinder, Studierende in einem Praxis- oder Urlaubssemester, solche, die einem Gremium wie Senat oder Asta angehören.

Im Sommer zahlen immerhin 25 Prozent nicht. Zudem fließt ein großer Teil der Gebühren in den Ausfallfonds des Landes. Was aber an der Uni einkommt, geht zur Hälfte ans Rektorat und wird von dort aus für zentrale Projekte verteilt. Die andere Hälfte geht gleich an die fünf Fakultäten.

Studierendenvertreter beklagen indes immer wieder, dass trotz der Beiträge keine Verbesserung der Lehre spürbar sei. Hammer weist den Vorwurf zurück, das Geld werde nicht schnell genug ausgegeben: "70 Prozent sind bereits ausgegeben oder fest verplant." Wenn es mal länger dauere, liege das etwa an Abstimmungsbedarf mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb, dem Vermieter der Uni, an Baumaßnahmen oder internationalen Ausschreibungen. "Dabei lässt sich aber viel Geld sparen", so Hammer.

Der neue Rektor der Uni, Hans Michael Piper, wies in der jüngsten Senatssitzung auch einen anderen Vorwurf der Studierenden zurück: Mit dem Geld werde nur die Infrastruktur der Uni saniert, nicht jedoch die Lehre verbessert. Piper: "Der Übergang zwischen der Beseitigung von Mängeln und der Herstellung guter Studienbedingungen ist meist fließend." Als Beispiel nannte er die Anschaffung von so genannten Beamern, also Videoprojektoren: Das sei zwar ein Ausstattungsmangel, jedoch lasse sich die Qualität der Lehre mit einem Beamer erheblich verbessern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Protest gegen Studiengebühren

(RP)