Schule in Düsseldorf Ministerin ist von Grundschule in Oberbilk sehr angetan

Düsseldorf · NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller stattete der Schule an der Sonnenstraße einen Besuch ab, die auch ein „Familiengrundschulzentrum“ ist.

 NRW Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller sucht das Gespräch mit Schulleiter Kornelius Knettel.

NRW Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller sucht das Gespräch mit Schulleiter Kornelius Knettel.

Foto: Anne Orthen (orth)

Die Gemeinschaftsgrundschule an der Sonnenstraße ist eine besondere Schule. In Düsseldorf gibt es 92 Grundschulen, aber nur drei davon sind ein Familiengrundschulzentrum (FGZ) – und eine der drei ist die Sonnenstraße. Doch was ist ein FGZ? „Familien­grund­schul­zentren fördern den weiteren Ausbau eines multi­professionellen Netzwerks zur Unterstützung von Familien im Quartier und bündeln verschiedene, insbesondere präventive Angebote an der Grundschule. Als Familien­grund­schul­zentren entwickeln sich Grund­schulen zu Orten der Begegnung, Beratung und Bildung für Kinder und ihre Familien“, so steht es etwas trocken formuliert auf der Website der „Initiative Familien­grund­schul­zentren NRW“, in der sich mehrere Kommunen zusammen­geschlossen haben, um Erfahrungen und Wissen zu teilen.

Doch wie sieht das in der Praxis aus? Welche Unterschiede gibt es zu den „normalen“ Grundschulen? Um das herauszufinden, kam NRW-Schulministerin Dorothee Feller an die Sonnenstraße. „Das Familiengrundschulzentrum war vor drei, vier Monaten mal in der Staatskanzlei und hat auch kurz in eine Kabinettssitzung geschaut“, veriet Feller. „Da habe ich gesagt, dass ich auch mal ins Zentrum komme.“

Und von dem, was sie sah und erfuhr, war die Schulministerin angetan. „Ich habe gesehen, dass es neue Lehr- und Lernmethoden gibt, dass die Schulleitung motiviert ist, dieses Wagnis einzugehen und auch das Kollegium motiviert, diesen Weg mitzugehen“, so Feller. So habe sie gesehen, dass eine Mutter in der Schulbücherei mitwirkt, dass die Eltern motiviert werden, zu Hause vorzulesen und dass Eltern gemeinsam kochen.

„Wir haben 90 Prozent Kinder mit mindestens einem Elternteil, das nicht aus Deutschland stammt. Oft ist zu Hause Deutsch auch nicht die Sprache Nummer eins“, erläuterte der Leiter des FGZ Sonnenstraße, Kornelius Knettel. „Da ist die Herausforderung groß, und es ist sinnvoll, die Eltern mit in den Schulalltag einzubinden.“ Seit 2021 entwickelt sich die Schule zum kulturellen und kommunikativen Mittelpunkt für Eltern und Familien. Die Zeit, in der die „Sonnen-Schule“ nur Bildungsort für Kinder war, ist vorbei.

Es ist ein zentraler Ort der Begegnung, der Unterstützung, des Lernens und der Freizeitgestaltung für Groß und Klein. So werden Kochkurse, Sprachkurse, Lernbegleitung, Beratung für Eltern in Erziehungs- und Bildungsfragen, Unterstützung in der Medienkompetenz sowie ein Elterncafé angeboten. Die Eltern werden aktiv in das schulische Leben einbezogen, um so eine erfolgreiche Grundlage für jede individuelle Bildungslaufbahn zu schaffen. Dafür soll auch die 1:1-Ausstattung mit iPads sorgen. „In den ersten und zweiten Klassen hat bereits jedes Kind einen iPad, demnächst werden auch alle dritten Klassen damit ausgerüstet“, so Knettel. Die Erfahrung zeige, dass die Kinder mit iPad auch kompliziertere Texte lesen würden. „Es ist nicht so selbstverständlich, gewohnte Pfade zu verlassen“, urteilte Feller. „Was an dieser Schule passiert, finde ich ermutigend.“ Der nächste hohe Besuch hat sich bereits angekündigt, am 27. April will NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst an der Sonnenstraße sein.