Kultur in der Corona-Krise Notfonds für die kleinen Theater in Düsseldorf geplant

Düsseldorf · Die Stadt erwägt eine finanzielle Unterstützung, im Juni wird der Plan vorgestellt. Oper und Schauspielhaus können ihre Bühnen nicht den freien Theatern zur Verfügung stellen. Es sind aber andere Ersatzspielstätten im Blick.

 René Heinersdorff (Mitte) würde gerne wieder mit Jochen Busse (l.) und Hugo-Egon Balder „Komplexe Väter“ spielen. Die Frage ist, wo dies wirtschaftlich möglich ist. Wie ihm geht es anderen Theaterleitern.

René Heinersdorff (Mitte) würde gerne wieder mit Jochen Busse (l.) und Hugo-Egon Balder „Komplexe Väter“ spielen. Die Frage ist, wo dies wirtschaftlich möglich ist. Wie ihm geht es anderen Theaterleitern.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Im Düsseldorfer Rathaus wird über einen Notfonds für die privaten Theater diskutiert. Er soll am 4. Juni im Kulturausschuss vorgestellt werden. Was in anderen Städten längst umgesetzt ist, könnte auch in der Landeshauptstadt für den Erhalt der kulturellen Vielfalt sorgen. Die Grünen fordern einen weitergehenden Rettungsschirm für die freie Szene. „Köln hat es mit einer Unterstützung für die Clubs vorgemacht“, sagt Clara Gerlach. Die Kulturexpertin der Grünen denkt an Live-Musikstätten und Kulturvereine, denen man ebenfalls durch die Krise helfen solle. „Was haben wir davon, wenn diese Einrichtungen und Initiativen jetzt kaputtgehen und wir anschließend mit neuen Zuschüssen eine Infrastruktur wieder aufbauen, die wichtig für die Stadtgesellschaft ist.“

Oberbürgermeister Thomas GeiselKostenpflichtiger Inhalt begrüßt den Vorstoß von René Heinersdorff, der einen Theatertausch vorgeschlagen hat. Da Oper und Schauspielhaus erst am 1. September wieder in ihren Häusern spielen, könnten größere Theater ihre Bühnen kleineren zur Verfügung stellen. So könnten alle mehr Besucher unterbringen. Er selbst würde dies mit dem Theater an der Kö auch tun und dieses beispielsweise an das Theater Takelgarn abgeben. Geisel sagt, man werde „die Theater nicht sterben lassen“, aber er finde gut, dass die kleinen Bühnen spielen wollten. 

Tatsächlich haben Oper und Schauspielhaus jedoch Probleme mit dem Vorschlag, wie sich bei einem Spitzentreffen im Rathaus herausstellte. Das Schauspielhaus probt unter strengen Hygiene-Auflagen seit dieser Woche auch im Haupthaus, ab 1. Juni werden laut Kulturdezernent Hans-Georg Lohe fünf Stücke parallel für die nächste Spielzeit einstudiert. Der Vorschlage werde jedoch am Mittwoch im Aufsichsrat noch einmal diskutiert.  In der Oper steht die Sanierung der Bühnentechnik an. Laut Lohe verhandelt man darüber, diese vorzuziehen, da die Arbeiten wegen der Corona-Auflagen längere Zeit in Anspruch nähmen.

13 Privattheater gibt es in Düsseldorf, die Abstandsregel von 1,50 Metern ist bei ihnen teils kaum einzuhalten, Kostenpflichtiger Inhalt zudem verursacht sie einen solchen Schwund bei den vermarktbaren Sitzplätzen, dass sich der Betrieb nicht lohnt. Heinersdorff hält einen Rettungsschim von 150.000 Euro im Monat für alle privaten Häuser für nötig. Dies ist eine  Größenordnung, die Lohe  für nachvollziehbar hält. Der Verteilerschlüssel wird im Ausschuss diskutiert. Parallel wird weiter nach Ersatzspielstätten gesucht. Ein möglicher Kandidat ist die Rheinterrasse, die zentral gelegen ist.

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