Nach Angriff auf Arzt in Düsseldorf: Notfallpraxis denkt über bessere Sicherung nach

Nach Angriff auf Arzt in Düsseldorf: Notfallpraxis denkt über bessere Sicherung nach

Nach dem Angriff eines offenbar psychisch kranken Patienten auf einen Arzt in der Notfallpraxis am Evangelischen Krankenhaus wird dort über neue Sicherheitsmaßnahmen diskutiert.

"Wir werden besprechen, wie wir das vorhandene interne Notrufsystem optimieren können", sagt André Schumacher, Schatzmeister des Vereins "Notdienst Düsseldorfer Ärzte e.V.", der die Notfallpraxis betreibt. Man werde auch Fachleute zu Rate ziehen.

Es stellten sich viele Fragen, so Schumacher: "Erreiche ich den Notfallknopf? Habe ich ihn sogar in der Tasche, oder löse ich damit ungewollt Fehlalarme aus?" Dass der Einsatz eines Sicherheitsdienstes sinnvoll wäre, bezweifelt der Mediziner aber – nicht nur wegen der dadurch entstehenden Kosten. "In der verzweigten Notfallpraxis wäre es auch fraglich, wann ein Sicherheits-Mitarbeiter das Problem mitbekommt und wie schnell er eingreifen kann." Eine komplette Sicherheit aber gebe es leider nie, so Schumacher: "So etwas kann auch jederzeit in der Praxis passieren. Und überall da, wo Menschen Zugang zu Dienstleistungen haben."

Arzt mit Reizgas angegriffen

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Am Samstagmorgen hatte ein 50-jähriger Mann einen Arzt in der Notfallpraxis mit Reizgas angesprüht und mit einem Messer attackiert, ihn glücklicherweise nur leicht verletzt. Der Arzt konnte den Mann festhalten, bis die Polizei eintraf. Die Betreiber der Notfallpraxis haben Kontakt zu dem verletzten Arzt aufgenommen: "Wir sind dabei, uns um ihn zu kümmern und mit ihm ins Gespräch zu kommen."

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, zeigte sich bestürzt. "Die Tat macht mich sehr betroffen. Leider sind Ärzte, Rettungssanitäter und Pflegekräfte sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich immer häufiger Opfer auch von körperlicher Gewalt", sagte er. Die zunehmende Aggressivität im Alltag mache vor Arztpraxen nicht mehr Halt.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Andreas-Paul Stieber (CDU), wies darauf hin, dass der Täter im konkreten Fall laut Polizei offenbar psychisch krank war. In Krankenhaus-Ambulanzen sind es oft aber auch volle Wartezimmer, die zu Aggressionen und (meist verbalen) Attacken führen. Die Zugänge speziell zu den Ambulanzen müsse man so gestalten, dass Notfälle nicht durch weniger schwere Fälle blockiert werden, so Stieber. "Der Ansatz der Portalpraxen scheint mir richtig."