Düsseldorf: Noch genug kreatives Potenzial

Düsseldorf : Noch genug kreatives Potenzial

Edmund Abel leitet seit 16 Jahren die Polizeiwache. Obwohl er fast immer Grün trägt, ist er im Stadtteil bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund.

Freiwillig sind Sie damals ja nicht hergekommen. Wie finden Sie's inzwischen?

Abel Oberbilk lässt einen nicht los. Ich wurde vom Viertel vereinnahmt, da konnte ich nichts machen. Und der Stadtteil hat was.

Nämlich?

Abel Es ist einfach alles möglich. Die Bürger engagieren sich sehr für den Stadtteil, der sich ja auch sehr verändert hat.

Und friedlicher geworden ist?

Abel Als ich hier anfing, war die Kriminalitätsstatistik noch katastrophal. Heute ist es nicht schlimmer als in den anderen Stadtbezirken auch.

Woran lag das?

Abel Die Stadtentwicklung hat viel dazu beigetragen. Mit den Industriebrachen, etwa an der Sonnenstraße und auf dem alten VKW-Gelände, sind viele Behausungen von unangenehmen Zeitgenossen verschwunden. Und die verschwanden gleich mit.

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Ist der hohe Ausländeranteil ein Problem?

Abel Ich sag's mal so: Mir machen volltrunkene Christen mehr Sorgen als gläubige Moslems. Wichtig ist die Kommunikation. Dafür kann man etwas tun. Den ersten multinationalen Spaziergang etwa gab's bei uns in Oberbilk. Der wird heute in ganz Düsseldorf kopiert.

Wer kümmert sich um Entwicklungsprojekte, seit es das Stadtteilbüro nicht mehr gibt?

Abel Es ist wirklich schade, dass die Stadt diese Arbeit nicht fortgesetzt hat, nachdem die Förderung ausgelaufen war. Was dieses Büro geleistet hat, war ein Segen. Aber es gibt noch genügend Ideen und engagierte Bürger. Die treffen sich eben nun im Besprechungsraum unserer Wache. Jetzt wird erst einmal der Markt umgestaltet.

Es geht also voran?

Abel Aber sicher. Der Medienhafen ist ein gutes Vorbild für uns.

Sie glauben ernsthaft, dass Düsseldorf sich mal drum reißen wird, an der Mindener Straße zu wohnen?

Abel Wieso denn nicht? Wer wollte denn vor 35 Jahren an die Hammer Straße ziehen?

(RP)