Düsseldorf: Noch eine neue Stadtbahn-Linie

Düsseldorf: Noch eine neue Stadtbahn-Linie

Nach den heftigen Debatten um die Gabelung der künftigen Linie U71 scheint nun eine Lösung in Sicht zu sein: Die U83 wird zusätzlich eingeführt, der befürchtete 40-Minuten-Takt könnte vermieden werden.

Das Verkehrsamt hat einen Kompromiss für die Gabelung der Linie U71 erarbeitet, die von Benrath abwechselnd zur Heinrichstraße (Düsseltal) und zum Gerresheimer Krankenhaus fahren soll. Laut Vorschlag soll eine neue Linie U83 eingeführt werden, die die Strecke nach Gerresheim übernimmt. Diese Linie soll montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr verkehren. In den übrigen Zeiten fährt ausschließlich die Linie 709 zum Gerresheimer Krankenhaus. Der Verkehrsausschuss stimmt morgen in seiner Sitzung über den Kompromiss ab.

Der ursprüngliche Auftrag der Ausschuss-Mehrheit lautete, ein Konzept für die Gabelung der Linie U71 nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie zu erarbeiten. Die U71 sollte ab der Uhlandstraße in einen Nord-Ast (Heinrichstraße) und einen Ost-Ast (Gerresheim) geteilt werden, die jeweils im Wechsel bedient werden. Zugleich sollte die Linie 708 an Wochentagen im 20-Minuten-Takt zwischen Heinrichstraße, Hauptbahnhof und Polizeipräsidium fahren.

Dieser Auftrag bringt zwei Schwierigkeiten mit sich: Nach 20 Uhr fährt die Linie U71 im 20-Minuten-Takt, das heißt, die beiden Äste würden jeweils im 40-Minuten-Takt bedient. Das ist weder attraktiv noch leicht zu merken. Das zweite Problem: Die Systeme der Rheinbahn (Ampeln, Information, Zugsicherung) können die Gabelung nicht verarbeiten. Deshalb wird nun die neue Linie U83 eingeführt, die im System als die Linie hinterlegt ist, die nach Gerresheim fährt.

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Das erstgenannte Problem hatte für heftigen Debatten gesorgt. Auf der einen Seite standen die Vertreter der Ampel-Kooperation, die mit aller Macht ("Geht nicht, gibt's nicht") die betroffenen Stadtteile weiter so ans Zentrum (Heinrich-Heine-Allee) anbinden wollten wie heute. Dem hielten Vertreter der Verkehrsverwaltung und der Rheinbahn entgegen, dass die Zahl der Betroffenen, die dann am Hauptbahnhof umsteigen müssten, um zur Heinrich-Heine-Allee zu gelangen nicht so groß sei, dass man dafür die beschriebenen Komplikationen in Kauf nehmen müsse. Rheinbahn-Vorstandssprecher Dirk Biesenbach sprach von der "schlechtesten aller Lösungen".

Der nun erarbeitete Kompromiss sieht vor, dass die U83 nur dann eingesetzt wird, wenn sie und die U71 im 20-Minuten-Takt die Äste bedienen können. Dies ist wochentags zwischen 6 und 22 Uhr der Fall. Vor 6 und nach 22 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen fährt zwischen Schlüterstraße und Gerresheimer Krankenhaus ausschließlich die 709.

Auf der Strecke zur Heinrichstraße ergibt sich ein Vorteil im Vergleich zum heutigen Angebot der Linie 708. Die U71 wird samstags zwischen 10 und 20 Uhr im Zehn-Minuten-Takt unterwegs sein. Derzeit gilt dort ein 15-Minuten-Takt. "In Summe ergeben sich gegenüber dem heutigen Zustand nur Verbesserungen des Fahrplan-Angebotes", heißt es aus dem Verkehrsamt.

(RP)
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