Düsseldorf: Noah Borgard findet als Bali-Blogger sein Glück

Düsseldorf: Noah Borgard findet als Bali-Blogger sein Glück

Der junge Mann zog aus, um sich selbst zu finden, und teilt heute seine lebensfrohen Erkenntnisse im weltweiten Netz.

Es war eine Krise, die Noah Borgard dazu bewog, auf Bali ein neues Leben zu beginnen. "Mir ging es ziemlich schlecht. Ich war alleine und unglücklich. Es fühlte sich so an, als würde mein gesamtes Leben vor meinen Augen zusammenbrechen." Und plötzlich schoss ihm ein simpler Gedanke durch den Kopf: "Das kann es einfach nicht sein. Ich musste raus aus meiner Wohnung, raus aus Düsseldorf. Ich musste mich selbst wiederfinden." Und das am besten ganz weit weg. Irgendwo, wo nichts seinem alten Leben zu ähneln schien. Und so buchte sich der 22-Jährige ein One-Way Ticket nach Bali, kündigte seine Wohnung, verkaufte seinen Hausrat oder lagerte sie ein.

Yoga wollte er machen, meditieren, vielleicht sogar in einen Ashram gehen und einfach nur etwas Ruhe finden, sagt Noah Borgard. Foto: Yannik Borgard

Yoga wollte er machen, meditieren, vielleicht sogar in einen Ashram gehen und einfach nur etwas Ruhe finden und Frieden schließen. Mit mit sich selbst und der Welt. "Und vielleicht habe ich auch einfach zu oft Eat Pray Love gelesen", sagt er lachend. Daher fiel die Wahl auf Bali, genauer gesagt auf den Ort Ubud dort. Dann die Überraschung: "Ich dachte an schmale, malerische Gassen, alte Frauen, die am Straßenrand Opfergaben basteln, Räucherstäbchen und Dschungel. Stattdessen war das Erste, was ich sah, ein einziges hupendes Verkehrschaos auf mega-großen Autobahnen und Massen von Touristen, die versuchten, sich mithilfe eines Mundschutzes vor all den Abgasen zu schützen."

Es dauerte eine gewisse Zeit, bis er das "richtige" Bali sehen konnte. "Ich lief die Straßen auf und ab und saugte alles auf. Schließlich sollte dieser Ort doch so etwas wie meine persönliche Therapie sein. Alles war so unfassbar anders und doch seltsam vertraut." Ubud sei ein Tummelplatz für die verschiedensten Kulturen und Menschen, die nach den Alternativen im Leben und Selbstverwirklichung suchten. "Das und die riesige Künstlerszene haben mich unfassbar fasziniert und tun es immer noch."

"Es war die beste Entscheidung meines Lebens", sagt der Düsseldorfer, der in seinem Heimatland auch schon ein Studium begonnen hatte. Heute weiß Noah Borgard, dass ihn Schreiben glücklich macht: Auf seinem Blog "Kleine Neue Welt" (www.kleineneuewelt.de) teilt er sein Leben auf Bali mit einer Community in aller Welt - übrigens auch, was passiert, wenn ein Vulkan wütet so wie kürzlich. Auch auf den anderen relevanten Plattformen im sozialen Netz ist er präsent. Auf der Videoplattform Youtube lädt er neuerdings Filme hoch. "Ich bekomme die wundervollsten Rückmeldungen, und das bedeutet mir unsagbar viel", lautet sein Resümee.

Wenn er an seine Heimat denkt, dann an den Rhein. "Den vermisse ich sehr." Dafür fand er beste Freunde auf Bali: Yendri und Martin - ein javanischer Heiler und ein deutscher Regisseur. "Zusammen mit einem äußerst divenhaften Hund haben wir schon in der seltsamsten WG auf diesem Planeten zusammen gelebt." Während er in seiner neuen Heimat recht gut von Freelancer-Jobs leben kann ("Das Laptop kannst Du überall aufklappen!"), kam ihm diese besondere Erkenntnis: "Das Lächeln können wir von den Menschen auf Bali lernen - obwohl ein Großteil der Menschen hier in ärmlichsten Verhältnissen lebt. Das haben leider viele gestresste Europäer mittlerweile verlernt."

(bpa)