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Bankraub in Ratingen: Nikolausräuber gesteht

Bankraub in Ratingen : Nikolausräuber gesteht

Düsseldorf (dto). Der Prozess um den Bankraub mit einem Toten in Ratingen hat am Düsseldorfer Landgericht mit einem Teilgeständnis begonnen. Der 43-jährige Angeklagte gab am Freitag zu, gemeinsam mit einem 42-jährigen Komplizen im November vergangenen Jahres den Überfall auf eine Sparkassen-Filiale in Ratingen-Lintorf geplant und ausgeführt zu haben. Bei der Tat hatten die als Nikoläuse verkleideten Männer zunächst 143.000 Euro erbeutet.

Auf ihrer Flucht kam es dann vor der Bank zu einem Schusswechsel mit der Polizei. Dabei wurde der jüngere der beiden mutmaßlichen Täter getötet, ein Polizeibeamter in Zivil wurde lebensgefährlich verletzt. Der jetzt angeklagte Mann wurde angeschossen, konnte aber nach eigenen Angaben zunächst flüchten. Er wurde später in einem Düsseldorfer Krankenhaus festgenommen.

Er räumte zum Prozessauftakt ein, zusammen mit seinem Komplizen den Bankraub aus "Geldnot" geplant zu haben. Beide hätten Schulden gehabt. Außerdem hätten sie ihren Drogenkonsum durch die Tat finanzieren wollen. Den Vorwurf des "versuchten Mordes" allerdings bestritt er. Sein Verteidiger sagte, sein Mandant habe seine gesicherte Schusswaffe bereits weggepackt gehabt, als es zu der Schießerei gekommen sei. Ein Gebrauch der Waffen sei unter den Tätern nicht abgesprochen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass sich die beiden Bankräuber durch ein Kopfnicken über einen Einsatz der Revolver verständigt haben. Sie hätten den Tod des Polizisten billigend in Kauf genommen, sagte der Staatsanwalt. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Das Verfahren soll Mitte November zu Ende gehen.

(afp)