1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Neujahrsschwimmen der DLRG: Nichts wie R(h)ein - Düsseldorfer trotzen acht Grad kaltem Wasser

Neujahrsschwimmen der DLRG : Nichts wie R(h)ein - Düsseldorfer trotzen acht Grad kaltem Wasser

Nichts wie R(h)ein: Neujahrsschwimmen 2018 der DLRG in Düsseldorf

Rund 200 Teilnehmer stürzten sich in die Fluten und ließen sich vom Strom ein Stück mitnehmen.

Es ist nicht jedermanns Sache. Man muss schon abenteuerlustig sein, um sich bei acht Grad Wassertemperatur, knapp acht Stundenkilometer Fließgeschwindigkeit und bei Beinahe-Hochwasser rückwärts in den Rhein zu stürzen. Rückwärts, weil es mit Flossen an den Füßen vorwärts einfach viel zu beschwerlich wäre.

Und man muss auch mit einem Tauch- oder Rettungsschwimmschein nachweisen, dass man zu denjenigen zählt, die über ein gehobenes Maß an Schwimmfähigkeit verfügen. Denn für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Düsseldorf gilt bei ihrem Neujahrsschwimmen im Rhein "safety first". Deshalb begleiteten auch zahlreiche Boote der DLRG Düsseldorf, aus dem Rheinkreis Neuss und aus Krefeld, das Feuerlöschboot und die Wasserschutzpolizei die 200 Neujahrsschwimmer von der Rheinkniebrücke bis zum Löricker Paradieshafen auf Europas verkehrsreichstem Strom.

Friedhelm Bungert (80) ist seit den 1960er Jahren dabei. Für ihn reine Routine. Foto: Andreas Endermann

Sieben Rettungsfahrzeuge aus Düsseldorf, Neuss und Essen waren parallel zur "Rhein-Badegruppe" an Land einsatzbereit unterwegs. Die Johanniter-Unfallhilfe Rhein-Ruhr stellte den Sanitätsdienst mit Fahrzeugen aus Düsseldorf, Neuss und Monheim. "Ohne diese Unterstützung und durch die Reservisten der Bundeswehr könnten wir das DLRG Neujahrsschwimmen nicht durchführen", erläutert Düsseldorfs DLRG-Sprecher Roland Scheidemann. "Zum Glück werden die medizinischen Sicherungsmaßnahmen meistens nicht benötigt. Die meisten Neujahrsschwimmer sind auch in Schwimm- und Tauchvereinen aktiv." Damit es für die Helfer aber nicht zu unübersichtlich wurde, war die Teilnehmerzahl auf 200 begrenzt und das Mindestalter auf 16 Jahre festgelegt. Und damit es im Wasser mit der Orientierung beim 53. Neujahrsschwimmen klappte, schwammen 15 DLRG-Sicherungsschwimmer, die wegen der leuchtend roten Kappen gut zu erkennen waren, mit. Verschwimmen konnte sich also keiner.

Auch nicht diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, so wie die gerade 16 Jahre alt gewordene Leonie Klug aus Bergisch Gladbach. "Das war mal etwas Anderes als nur im Schwimmbad hin und her zu schwimmen", meinte Klug, die seit zehn Jahren DLRG-Mitglied ist. Neben der Empfehlung ihres Vaters trieben die Schülerin Neugier, Abenteuerlust und die Lust auf das Besondere in die Fluten. "Das war das Ungewöhnlichste und Beste, was ich schwimmerisch je erlebt habe", schwärmte Klug, nachdem sie nach 5,5 Kilometer Strecke aus dem Paradieshafen stieg. Auch, weil es wohl die ungewöhnlichste Sight-Seeing Tour durch Düsseldorf war. Den größten Teil der Strecke konnten sich die Neujahrsschwimmer vom Strom treiben lassen. Die Neoprenanzüge gaben so viel Auftrieb, dass einige sich sogar ein Tässchen Tee aus einer Thermoskanne gönnen konnte. "Nächstes Jahr bin ich wieder dabei", kündigte Klug an.

Matthias Wolfseher ist in der DLRG Ortsgruppe Erkrath aktiv und kam mit Glücksschwein. Foto: Endermann Andreas

Das hat sich auch Friedhelm Bungert vorgenommen. Dann wäre er 80 Jahre alt. Für Bungert ist das Neujahrsschwimmen Routine. Von allen, die jemals dabei waren, hat er die meiste Erfahrung, gehört Bungert doch zu den Gründervätern. "Angefangen hat alles in den 1960er Jahren, als wir DLRG-Rettungstaucher Silvester oder Neujahr schwimmen gegangen sind. Später haben wir Rettungstaucher der Feuerwehr, Polizei, Kampfschwimmer der Bundeswehr und Sporttaucher eingeladen", erinnert sich Bungert. "Diesmal war es sehr schön. Nach dem vielen Regen schien endlich mal wieder die Sonne und die starke Strömung machte es einem leicht." Seit den Anfängen hat Bungert kein Neujahrsschwimmen verpasst.

(RP)