Düsseldorf/Neuss: Neuss plant Lausward-Einstieg

Düsseldorf/Neuss : Neuss plant Lausward-Einstieg

Die Stadtwerke Neuss (SWN) haben jetzt angekündigt, sich am neuen Gaskraftwerk Lausward beteiligen zu wollen. Ob das klappt, ist unklar. Düsseldorf hält sich bedeckt. Die Stadtwerke der Landeshauptstadt gehören zu EnBW, die Neusser sind mit dem Konkurrenten RWE verbandelt.

Auf der Lausward planen die Stadtwerke Düsseldorf für 440 Millionen Euro derzeit Europas effizientestes Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk - und die Stadtwerke Neuss (SWN) wollen sich "mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag" an dem Projekt beteiligen. Das bestätigte auf Anfrage jetzt SWN-Chef Heinz Runde. Er wird dem Aufsichtsrat in der Sitzung vom 26. Juni eine entsprechende Beschlussempfehlung vorlegen. Die Gespräche mit den Stadtwerken Düsseldorf laufen. Zum Jahresende erwartet Runde "ein offizielles Angebot" aus der Landeshauptstadt - wenn die Aufsichtsgremien links und rechts des Rheins dem Vorhaben zustimmen.

Bis zum Jahr 2020 wollen die Stadtwerke Neuss in umweltfreundliche Energie-Erzeugung investieren. Diese Absichtserklärung war Grundlage dafür, dass die strategische Beteiligung von RWE bei den SWN vor einigen Jahren im Stadtrat eine Mehrheit fand. Seit dem RWE-Einstieg und der parallel erfolgten Anteilsaufstockung des Juniorpartners Thüga schwimmen die Stadtwerke in Geld. Die gut gefüllte Kriegskasse macht jetzt das Engagement in Düsseldorf möglich. Die Stadtwerke der Landeshauptstadt ließen den Vorgang unkommentiert.

Für Neuss eröffnen sich durch den Einstieg beim Lausward-Gaskraftwerk offenbar weitere innovative Perspektiven. Gesichert ist, dass die Stadtwerke Düsseldorf mit dem Vodafone-Campus in Heerdt und den Heingärten die ersten großen Fernwärme-Kunden an Land gezogen haben. "Und wenn das Leitungsnetz erst einmal linksrheinisch liegt", denkt Heinz Runde laut nach, "ist der Weg nach Neuss nicht mehr weit." Ebenso interessant könnte es nach Auffassung von Runde sein, den Industriebetrieben im Neusser Hafen Prozesswärme anzubieten. "An einer Optimierung der Energieversorgung der Hafenanlieger arbeiten wir schon länger", sagte Runde unserer Redaktion.

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Die Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf ist aber nur eine von mehreren Beteiligungen und Investitionen, die von den SWN derzeit geprüft werden. Dazu gehört offenbar auch ein acht Millionen Euro teures Windkraftprojekt im Neusser Süden.

Auf der Lausward soll Europas modernstes und effizientestes Gaskraftwerk entstehen. Es wird nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten. Im Dezember hatte als letzte Instanz der Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf seine Zustimmung zum Bau des neuen Gasmeilers gegeben. Im Jahr 2016 soll das Kraftwerk ans Netz gehen. Es wird eines der weltweit modernsten werden und ein Meilenstein für den Kraftwerksbau darstellen, heißt es in Fachkreisen.

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