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Düsseldorf: Neuer Verlag hat Geld für drei Jahre und 18 Bücher

Düsseldorf : Neuer Verlag hat Geld für drei Jahre und 18 Bücher

Das muss man sich trauen. In diesen Zeiten einen Verlag für Lyrik zu gründen. Das neue Unternehmen mit dem Namen Brueterich Press zu behängen und als weiteres absatzminderndes Dekor den Slogan "Schwierige Lyrik zu einem sehr hohen Preis" auszugeben.

Ein bisschen bescheuert seien der Verlagsname und die Werbeaussage schon, gab Ulf Stolterfoht im Heine-Haus zu. Dort stellte der Lyriker nun sein bescheidenes, gleichwohl ambitioniertes Projekt vor. Als er aus einer Erbschaft zum ersten Mal über eine größere Geldmenge verfügte, gab es für ihn kein Halten mehr. In Berlin, wo er jetzt wohnt, meldete Stolterfoht sein neues Gewerbe an. "Keine Rechtsform, aber irgend so etwas", sagt er. Sein Kapital reiche für drei Jahre und 18 Bücher.

Ulf Stolterfoht, der seine eigene Lyrik bei anderen Kleinverlagen herausbringt, will mit Brueterich Press einigen hochgeschätzten Kollegen und jungen Autoren gleichermaßen eine Plattform bieten. Geld wird sich damit nicht verdienen lassen, sagte er im Gespräch mit Buchhändler Rudolf Müller.

Allzu schlecht sei die finanzielle Lage seiner Zunft allerdings auch nicht, meint Lyriker Oswald Egger. Viele Literaturpreise und Stipendien böten Überlebenshilfen. Mit Eggers Büchlein "Gnomen und Amben" ist der Verlag gestartet. Im Heine-Haus gab es eine Kostprobe.

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Wer einmal die Texte des Südtiroler Lyrikers durch ihn selbst gehört hat, ahnt, was das einmal war und wieder sein kann: der urtümliche Gesang der Natur und der Dinge. "Ein Lenzen mit Firnrinde auf / dieser reif-vereisten / Moosweide. / Ich säe / Basiliskenkraut / in Kurven / und viele Furchen". Tirolische Flurnamen, süd- oder oberdeutsche Phänomene wie "Wucht-Gumpen" werden von Zeitangaben jäh unterbrochen und strukturiert. Das klingt ungeheuerlich, das schlägt auf den Magen. Und das gibt es jetzt bei Brueterich Press zum beruhigenden Nachlesen.

(RP)