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Barbarossaplatz: Neuer Streit um Tiefgarage

Barbarossaplatz : Neuer Streit um Tiefgarage

Am Barbarossaplatz in Oberkassel sollen unterirdisch 400 Stellplätze gebaut werden. Unstrittig war das Projekt nie. Nun sind Nachbarn erzürnt, weil die Plätze schon angeboten werden, obwohl es noch keine Genehmigung gibt.

Kaum ein Stadtteil braucht zusätzliche Parkplätze so dringend wie Oberkassel. Aber ob dort tatsächlich Ende nächsten Jahres 400 Stellplätze in der Tiefgarage Barbarossaplatz zur Verfügung stehen, ist derzeit mehr als fraglich. Denn an der dort geplanten Tiefgarage der IDR (Industrie-Terrains Düsseldorf Reisholz, eine städtische Tochter) sollen zwar Anfang 2009 die Arbeiten beginnen, aber bis jetzt ist das Projekt nicht einmal genehmigt. Und vor allem: Der Widerstand aus der Nachbarschaft ist längst nicht ausgeräumt.

Vor allem die Kirchengemeinde St. Antonius ist ein mächtiger Skeptiker des Bauwerks. Pfarrer Michael Dederichs wird zwar nicht müde zu betonen, die Gemeinde befürworte die Garage. Aber der Kirchenvorstand hat das Vorhaben noch nicht offiziell abgenickt. Im Gegenteil: Aus Vorstandskreisen ist zu hören, man warte noch auf die Aussagen von Gutachtern, die sich zu den Auswirkungen des Tiefbaus — wegen der erwünschten Zahl von 400 Stellplätzen muss die Garage sehr tief gebaut werden — auf die Kirche äußern sollen.

Das, so fürchtet die Gemeinde, könnte sich gefährlich auf die Fundamente der direkt daneben liegenden Kirche auswirken. Bevor man da keine Entwarnung bekommt, will man nicht zustimmen. Insgesamt ist die Gemeinde allerdings kooperativ. Eine kleine Zufahrtstraße, die auf ihrem Grund liegt, aber für die Garage gebraucht würde, will man zur Verfügung stellen.

Angeheizt wurde die Stimmung jüngst noch dadurch, dass die IDR bereits begonnen hat, die noch nicht gebauten Stellplätze zu vermarkten. Auf Flugblättern, die man in die Briefkästen der Häuser umliegender Straßen warf, gab es bereits genaue Preislisten und ein exakt umrissenes Angebot für die verschiedenen Möglichkeiten, Plätze zu mieten. Dieses Angebot zu verbreiten, obwohl es in der Nachbarschaft noch nicht ausgeräumte Bedenken gibt, wurde als große Ungeschicklichkeit angesehen: Die Leute fühlen sich mit ihrem Sorgen nicht ernst genommen.

Zusätzlicher Verkehr

Ein weiterer, immer noch nicht geklärter Streitpunkt ist die Zufahrt zu der Tiefgarage. Sie soll über eine schmale Verbindungsstraße zwischen Luegallee und Friesenstraße erfolgen — was vor allem die dortigen Bewohner erbost: Sie müssen nach Fertigstellung des Objektes mit reichlich zusätzlichem Verkehr rechnen. Die Zufahrt direkt von der ohnehin stark befahrenen Luegallee ist angeblich technisch nicht möglich. IDR-Chef Heinrich Pröpper dazu: "Wir haben insgesamt 13 Varianten geprüft. Die Zufahrt über die Verbindungsstraße ist die einzig realisierbare."

Ein Anwalt, den sich Anwohner genommen haben, will das so nicht stehen lassen und prophezeit der IDR, mit ihrer Garage noch lange nicht auf der Zielgeraden zu sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Oberkassel

(RP)