Düsseldorf: Neuer Standort für Skater-Rampe gesucht

Düsseldorf : Neuer Standort für Skater-Rampe gesucht

Wegen der Bauarbeiten soll auf dem Gustaf-Gründgens-Platz eine Interims-Zufahrt für die Parkhäuser gebaut werden. Dort, wo derzeit die "Halfpipe" der Skater steht.

Es war in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) 1 ein Randaspekt im Bericht über die Verkehrsführung während der Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt des Projekts Kö-Bogen mit dem Abriss des Tausendfüßlers. Doch bei einigen Bezirkspolitikern sorgte er für Empörung: Die Stadt plant auf dem Gustaf-Gründgens-Platz eine provisorische Zufahrt von der Ecke Berliner Allee/Schadowstraße zur Einfahrt der Tiefgarage "Schauspielhaus". Dafür soll die U-förmige Skater-Anlage, im Fachjargon Halfpipe genannt, umziehen. Bereits am kommenden Montag soll sie abgebaut werden.

"Es wäre angesichts des Verkehrs auf dem Platz zu gefährlich, die Skater-Anlage dort stehenzulassen", sagte Heinrich Labbert, Projektleiter Tunnelbau Kö-Bogen, auf Nachfrage von Philipp Tacer (SPD). "Wir sind aber intensiv damit beschäftigt, einen Ersatzstandort zu finden." Tacer verwies auf mehrere Beschlüsse, in denen sich die BV dafür ausgesprochen hat, den Skater-Standort Gründgens-Platz zu erhalten oder nach Alternativen in der Nähe zu suchen. Die aktuelle Planung widerspreche der Beschlusslage. Dabei betone OB Dirk Elbers (CDU) doch gerne "das Erlebbarmachen des öffentlichen Raums", so Tacer. "Laut Gemeindeordnung steuert die Politik die Stadtverwaltung, in dieser Stadt scheint es umgekehrt zu sein."

Um die Skater-Anlage an dieser zentralen Stelle war in den vergangenen Jahren immer wieder hart gerungen worden: Unter dem früheren OB Joachim Erwin war sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgebaut und zerstört worden. Zur Begründung hieß es, die Halfpipe habe die damalige Schauspielhaus-Intendantin gestört. Parteiübergreifend setzte sich die Politik dafür ein, dass eine neue Rampe angeschafft und an gleicher Stelle aufgebaut wurde. Später musste die Anlage innerhalb des Gründgens-Platzes mehrfach umziehen.

Bei der Suche nach dem neuen Standort soll laut Stadt auch der Verein "SkAIDboard", der sich für die Interessen der Skater einsetzt, einbezogen werden. Vorstandsmitglied Fabrice Correa wusste von dem anstehenden Umzug gestern jedoch noch nichts. "Wichtig für uns ist, eine gute und zentrale Lage", sagt er. Der bisherige Vorschlag der Stadtverwaltung, die Anlage unter der Theodor-Heuss-Brücke aufzubauen, komme aus Sicht des Vereins nicht in Frage. Er sei zu abgelegen.

Den Vorschlag von FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der Planungsexpertin der Grünen, Astrid Wiesendorf, die Halfpipe unter der Rheinkniebrücke am Apolloplatz aufzubauen, findet Correa hingegen gut. Der Verein habe diesen Standort schon einmal ins Gespräch gebracht, die Stadt habe jedoch abgelehnt.

Auslöser für die zusätzliche Parkhaus-Zufahrt ist offenbar, dass es durch die neue Verkehrsführung immer wieder zu Engpässen rund um die Parkhäuser unter dem Gründgens-Platz und an der Bleichstraße kommt. Bezirksvorsteherin Sabine Schmidt (CDU) bestätigte, dass es immer wieder zu "immensen Rückstaus" kommt. Horst Gieseler (SPD) schlug vor, von der Bleichstraße über eine Vorrang-Ampel das Linksabbiegen in die Schadowstraße zu ermöglichen. Das soll nun geprüft werden. "Eine Zufahrt löst das Problem doch nicht", sagte Christoph Klose (CDU). "Dann kommen alle rein, aber nicht mehr raus."

Die "Halfpipe" auf dem Gustaf-Gründgens-Platz soll einer provisorischen Zufahrt zu der Tiefgarage unter dem Platz weichen. RP-Foto: Andreas Endermann

(ila)
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