Neuer Spielplan der "Komödie" Düsseldorf

Mit einem Stück über Helene Fischer : Die „Komödie“ in Düsseldorf plant den Neubeginn

Katrin Schindler versucht, das gebeutelte Haus in die Zukunft zu führen. Im Gespräch mit uns verrät sie Details zum neuen Spielplan. Darin: ein Stück über Schlagerstar Helene.

Mit der zu Ende gehenden Spielzeit in der „Komödie“ ist Katrin Schindler zufrieden. „Wir hatten einige sehr erfolgreiche Produktionen“, sagt sie und hebt insbesondere „Taxi Taxi“ und „Drei Männer im Schnee“ hervor. Zu den Rennern gehörte auch „Tratsch im Treppenhaus“. Am Schluss, so die Theaterchefin, konnten gar nicht alle Kartenwünsche bedient werden, die Auslastung lag bei 98 Prozent. Ein Grund, warum das unverwüstliche Lustspiel mit Heidi Mahler und Peter Millowitsch für drei Sommerwochen auf die Boulevardbühne zurückkehrt (vom 18. Juli bis zum 11. August).

Vorher legt die „Komödie“ eine Pause ein. „Das ist der Fußball-WM geschuldet“, erklärt Schindler. Sie erinnert sich noch mit Schrecken an die magere Theaterzeit bei der WM 2014, was ihr damals den Start in Düsseldorf erschwerte. Für die neue Spielzeit kündigt sie einige Premieren an. Bevor es Ende August losgeht, können sich Schlagerfreunde auf „Danke Helene“ freuen. Musical-Sängerin Nadine Kühn hat bei ihrem Abend im Stil der Helene-Fischer-Show die größten Hits der Schlagerkönigin im Gepäck (14.-24. August).

Zum Saison-Auftakt gibt es Lokalkolorit. Ute Stein, Schauspielerin und Autorin von Bühnenstücken, hat mit „Der grüne Affe“ eine rheinische Komödie geschrieben. Sie spielt auch selber mit, ebenso ihr Mann Volker Conradt, Michael Schäfer und Swetlana Saam (29.8.-28.9.). Bei der folgenden Premiere, „Die Abseitsfalle“, führt Hans Holzbecher Regie (3.10.-16.11). Als langjähriger Hausautor im „Kom(m)ödchen“ lancierte er Erfolge wie „Freaks“ und „Irgendwas mit Menschen“. Die mitwirkenden Schauspielerinnen Verena Wüstkamp und Raphaela Kiczka sind dem Publikum der „Komödie“ vertraut.

Das gilt auch für Rolf Berg, Jens Hajek und Michael Schäfer in „Oscar und Felix“. Dahinter verbirgt sich „Ein seltsames Paar“ von Neil Simon. Dieser Titel darf aus rechtlichen Gründen nicht mehr verwendet werden, nur noch mit der Formulierung „Ein seltsames Paar im 21. Jahrhundert“. Regie führt Peter Millowitsch, wie auch später bei dem Klopper „Wem Gott ein Amt gibt“ mit Christof Düro als Kult-Komiker Heinz Erhardt (6.2.-22.3.19). Nachdem er sein eigenes Theater in Köln geschlossen hat, bleibt Peter Millowitsch mehr Zeit für Düsseldorf. „Wir verstehen uns gut“, sagt Katrin Schindler, „ich habe ihn gern auch als Berater an meiner Seite. Man ist ja Einzelkämpfer, braucht aber trotzdem den Austausch. Ich beziehe auch gern Rolf Berg, Michael Schäfer und Christof Düro ein.“ Diese und andere Schauspieler bilden mittlerweile eine Art kleines Ensemble. „Ich merke, wie sich die Zuschauer über das Wiedersehen mit ihnen freuen“, sagt die Theaterleiterin. „Mir liegt dabei am Herzen, dass wir gute Leute aus der Region an unserem Haus verpflichten.“

Was sonst noch auf dem Plan steht: die Wiederaufnahme von „Drei Männer im Schnee“ (15.1.-1.2.19), die Premiere „Oh diese Eltern“ mit dem bewährten Duo Heidi Mahler und Peter Millowitsch (27.3.-17.5.19) und zum Ausklang der Spielzeit „Hauptsache gesund“, eine Komödie von Jens Hajek und Claudia van Veen (22.5.-30.6.).

Auch wenn Katrin Schindler optimistisch in die Zukunft schaut: Nicht alle Probleme der „Komödie“ sind ausgestanden. Nach wie vor läuft das so genannte Schutzschirmverfahren (ähnlich einer Insolvenz). „Ich hoffe auf ein baldiges gutes Ende“, sagt sie. „Von unserer Seite aus haben wir alles dafür getan und uns extreme Sparmaßnahmen auferlegt.“ Gestrichen wurden Probebühne und Werkstätten, das verkleinerte Büro zog ein paar Häuser weiter. Mit Subventionen kann das Privattheater weiterhin nicht rechnen: „Wir müssen das alles durch den Kartenverkauf aus eigener Kraft schaffen.“

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