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Neuer Nutzer für Wachkoma-Zentrum in Düsseldorf

Gesundheit in Düsseldorf : Neuer Anbieter für Wachkoma-Zentrum

Neben dem Zentrum für Beatmung und Intensivpflege soll ein weiterer Anbieter in das „Medicum“ an der Gräulinger Straße in Gerresheim einziehen. Kids Pneuma Care konzentriert sich auf die ambulante Kinderintensivpflege.

Anfang vergangenen Jahres wurde in Gerresheim der Weg für ein neues Gesundheitszentrum geebnet. Es wendet sich speziell an Wachkoma-Patienten, an Menschen mit schwersten neurologischen Schädigungen in der Langzeitrehabilitation sowie an solche, die auf künstliche Beatmung angewiesen sind. Das „Medicum“ soll die Baulücke zwischen dem neuen DRK-Seniorenheim und dem Sana-Krankenhaus an der Gräulinger Straße schließen. Realisiert wird das Bauvorhaben von der Janßen Grundstücksgesellschaft aus Bremen. Betreiber soll das Zentrum für Beatmung und Intensivpflege (ZBI) aus Berlin sein. Schon bald will das Unternehmen mindestens 32 Plätze für Intensivpflegebedürftige zur Verfügung stellen.

Wie jetzt bekannt wurde, gibt es jedoch noch einen weiteren Nutzer. Kids Pneuma Care ist ein noch junges Unternehmen, das sich auf die ambulante Kinderintensivpflege spezialisiert hat und langzeitbeatmete junge Menschen sowie Wachkoma- und Dialysepatienten begleitet und pflegt. Im Rahmen dieser Tätigkeit bezieht der Anbieter Anfang kommenden Jahres einen Teilbereich im „Medicum“.

„Die intensive Pflege von Kindern ist nicht zu vergleichen mit jener alter Menschen und bedarf einer anderen Herangehensweise“, erklärt Geschäftsführer Waldemar Waigandt. Er glaubt, dass sich beide Unternehmen am Standort gut ergänzen werden und hofft, dass der Betrieb spätestens Anfang des zweiten Quartals 2021 aufgenommen werden kann. Ein Austausch mit den benachbarten Sana-Kliniken habe es zwar noch nicht gegeben, „das kommt aber sicher noch. Außerdem dürfte es wahrscheinlich eher selten vorkommen, dass junge Patienten vom Krankenhaus zu uns verlegt werden. Unser Einzugsgebiet erstreckt sich auf ganz NRW“.

Der Bedarf an solchen Intensivpflegeplätzen mit einer Komplettversorgung sei jedenfalls enorm hoch. „Bisher war es meist so, dass die betroffenen Kinder zu Hause gepflegt werden, die Eltern sich dafür bis zur Erschöpfung aufopfern. Wir bieten Entlastung, binden die Eltern nach wie vor ein und haben natürlich immer das Ziel vor Augen, dass die jungen Patienten auch wieder nach Hause zurückkehren können“, sagt Waigandt.

14 Plätze kann Kids Pneuma Care in Gerresheim künftig anbieten. Die Plätze sind dann auch für Kinder gedacht, die zum Beispiel einen Luftröhrenschnitt hatten, an Schlafapnoe oder unter Krampfanfällen leiden. „Oftmals liegen hochkomplexe Erkrankungen, auch Mehrfachbehinderungen vor“, sagt Waigandt. Die Aufnahme von Corona-Patienten sei hingegen nicht geplant, auch wenn am Standort in Gerresheim mit entsprechend ausgestatteten Beatmungsbetten theoretisch die Voraussetzungen dafür gegeben wären. Corona spiele hingegen in anderer Hinsicht eine wichtige Rolle bei Kids Pneuma Care, denn bislang konzentriert sich das Unternehmen auf die 1:1-Versorgung zu Hause. Das Pflegepersonal begleitet die Kinder dann bei Bedarf auch  in den Kindergarten oder in die Schule, auf Klassenfahrten oder sogar in die Disco, „da sind wir natürlich höchsten Hygieneanforderungen unterworfen“, sagt Waigandt. Gerresheim sei für das Unternehmen ein Pilotprojekt – der erste stationäre Standort mit entsprechenden Bettenkapazitäten.