Neuer Netto-Markt an der Vennhauser Allee in Düsseldorf

Nahversorgung : Bürger haben ihren Willen durchgesetzt

Lange haben sich die Vennhauser für einen Supermarkt in ihrem Stadtteil eingesetzt. Jetzt eröffnet der neue Netto.

Die ersten Vennhauser konnten es am Montag gar nicht abwarten und rollten bereits ihren Einkaufswagen in den neuen Netto-Supermarkt an der Vennhauser Allee 212. Dabei wurden die Waren noch eingeräumt, eröffnet der Discounter erst am heutigen Dienstag um 7 Uhr.

Ein langes Trauerspiel neigt sich seinem glücklichen Ende entgegen. Nachdem Kaiser’s die Filiale verlassen hatte, klaffte in Vennhausen über mehr als drei Jahre eine große Nahversorgungslücke, klagten vor allem Senioren darüber, dass sie über keine Einkaufsmöglichkeit in ihrer unmittelbaren Umgebung verfügen. Eine Privat-Initiative, aus der das Bürgerforum „Vennhausen lebt“ hervorging, gründete sich und machte sich stark für ein Markthallen-Konzept. Das stellte sich als nicht realisierbar heraus. Und da sich die Verhandlungen zwischen Vermieter und dem Interessenten Rewe hinzogen, verloren viele Vennhauser den Glauben an eine Lösung. Dann präsentierte der Eigentümer, die Thunnissen Hausverwaltung, auf einmal Netto als neuen Pächter, und plötzlich ging alles ganz schnell.

„Wir haben 850.000 Euro in die Sanierung investiert, die Immobilie schlüsselfertig übergeben“, erklärt Marius Overkott, Leiter des Immobilienmanagements bei Thunnissen. Mit Netto habe man sich auf eine Erstlaufzeit von 15 Jahren plus Verlängerungsoption geeinigt. Innerhalb von sieben Wochen sei der Umbau von einem Unternehmen, das auf Ladenbau spezialisiert ist, realisiert worden. „Das war schon ein Wahnsinn, wie schnell aus dieser Ruine etwas Schönes geworden ist. Statt vielleicht drei waren aber auch bis zu 30 Mitarbeiter auf der Baustelle beschäftigt“, sagt Overkott.

Netto sei mit den zur Verfügung stehenden 600 Quadratmetern Verkaufsfläche gut zurechtgekommen, bestätigt Sebastian Mauß, beim Unternehmen für Expansion zuständig. „Wir haben 5000 Artikel im Sortiment, darunter auch frischen Fisch und eine große Getränkeauswahl.“ Dass an der Vennhauser Allee nicht sonderlich viele Parkplätze zur Verfügung stehen würden, sei kein Problem, sagt Alexandra Schülter, Regionalleiterin Expansion: „Das funktioniert in anderen innerstädtischen Filialen, und davon haben wir seit der Übernahme der Kaiser’s-Läden ja so einige, grundsätzlich gut.“ Die Anlieferung erfolge über den rückwärtigen Bereich, „das ist ein bisschen eng, aber es funktioniert“, so Mauß. Verzichten müssen Kunden in Vennhausen weitgehend auf Artikel, die nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. „Der Anteil an Non-Food-Waren liegt nur bei drei Prozent“, sagt Schülter.

Zwölf Beschäftigte arbeiten in der Netto-Filiale, noch werden weitere Mitarbeiter gesucht. Drei Kassen gibt es, die Leergut-Annahme liegt außerhalb des Geschäfts. Dass der Discounter dem Wochenmarkt gegenüber zusetzen könnte, wie Petra Reidt-Schmidt (SPD) befürchtet, glaubt Alexandra Schülter nicht: „Die Angebote ergänzen sich eher, wir haben anderswo sogar direkt vor der Ladentür Marktleute stehen, die ihre Waren anbieten.“

Die Anwohner haben sich mit der gefundenen Lösung jedenfalls schon gut arrangiert. „Alles ist besser, als so wie es vorher war. Für uns alle ein Gewinn“, sagt Stefan Stüttgen.

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