Neuer deutsch-französischer Chor in Düsseldorf

Neuer Chor in Düsseldorf : Deutsche und Franzosen singen gemeinsam

Seit April gibt es einen deutsch-französischen Chor in Düsseldorf. Im Moment wird ein Weihnachtskonzert vorbereitet.

„Es geht um gemeinsames Singen, aber es geht auch um mehr: um Völkerverständigung“, sagt Valerie Ludwig. Sie ist Leiterin des neu gegründeten Deutsch-Französischen Chores Düsseldorf. Seit April laufen die Proben, etwa 30 Sänger sind derzeit aktiv. Den ersten Auftritt hatte der Chor bei der Verleihung des Prix Abibac, einer Auszeichnung für Schüler, die einen deutsch-französischen Schulabschluss machen, am 8. Juli.

Die Idee ist allerdings nicht neu: Im Rahmen des Élysée-Vertrags zur deutsch-französischen Freundschaft entstand in den 1960er Jahren auch die Idee, gemeinsame Gesangsvereine mit Bürgern beider Länder zu gründen. Diese Chöre entstanden in den folgenden Jahren in verschiedenen Städten und organisierten sich im Dach­verband der Deutsch-Französischen Chöre, dem DFC.

Die Gründung des Düsseldorfer Ablegers geht maßgeblich auf die Initiative des hiesigen Deutsch-Französischen Kreises zurück, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Freundschaft, Kooperation und den Austausch zwischen den europäischen Staaten zu fördern. Dessen Geschäftsführerin Christiane von der Groe­ben sowie Präsidentin Ariane Bommers und das engagierte Vereinsmitglied Berthe-Odile Simon-Schaefer versuchen schon seit Jahren, die Idee in die Tat umzusetzen.

„Wir haben uns wirklich sehr für einen solchen Chor eingesetzt, weil wir auch auf kultureller Ebene die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Franzosen fördern wollen“, sagt von der Groeben. Bislang mangelte es jedoch stets an interessierten Mitgliedern, geeigneten Räumlichkeiten oder einer qualifizierten Chorleitung.

Mit Valerie Ludwig ist diese nun gefunden. Die Musikwissenschaftlerin studierte auch Französisch auf Lehramt und ist schon immer von der Sprache fasziniert gewesen. „Die Begeisterung für Frankreich begann bei mir schon sehr früh, in der Schule hatte ich dann einen entsprechenden Leistungskurs“, erzählt Ludwig, die froh ist, mit der Arbeit beim Chor ihre beiden Leidenschaften verbinden zu können.

Die Sänger, mit denen sie übt, sind zu etwa gleichen Teilen französische und deutsche Staatsbürger, während der Proben wird deutsch gesprochen. „Natürlich können die meisten Mitglieder Französisch, aber tatsächlich nicht alle“, betont Ludwig. Bei seinem ersten Auftritt präsentierte der Deutsch-Französische Chor neben französischer Filmmusik auch eine auf beiden Sprachen gesungene Version von Beethovens Ode an die Freude. Momentan wird ein Weihnachtskonzert vorbereitet, auf dem Übungsplan stehen internationale Weihnachtslieder in verschiedenen europäischen Sprachen.

„Tatsächlich ist die Völkerverständigung noch heute wichtig, es geht darum, die Eigenheiten der jeweiligen Länder kennenzulernen und anzuerkennen“, sagt Ludwig. Dominik Schneider

Chorsänger, die beim Deutsch-Französischen Chor mitmachen wollen, können sich bei Valerie Ludwig melden unter chorleitung.dfcd@gmail.com. Gesangliche Vorerfahrung ist von Nutzen.

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