Altes WestLB-Gebäude: Neuer Büro-Bau an der Kniebrücke

Altes WestLB-Gebäude: Neuer Büro-Bau an der Kniebrücke

Die Hotelpläne eines irischen Investors sind passé: Auf dem Gelände der alten WestLB sollen bis 2011 nun Büroflächen und Wohnraum entstehen. PBG wird kaufen, abreißen, neu bauen, Anteon soll vermarkten. Die Stadt sichert zu, dass die denkmalgeschütze Reichsgasse unangetastet bleibt.

Still ruht der Bau. Das ehemalige Gebäude der WestLB an der Reichsstraße gammelt seit Jahren vor sich hin. Mit Schmutz, abbruchreifer Außenfront und vielen Graffiti verunstaltet, ist der Schandfleck alles andere als eine Visitenkarte für zehntausende Pendler, die täglich über die Rheinkniebrücke in die Innenstadt kommen.

Der irische Investor Bert Allen hatte die Immobilie für 11,5 Millionen Euro über seine deutsche Tochtergesellschaft Lanber GmbH gekauft und wollte vor zwei Jahren ein 400-Betten-Hotel hochziehen. Das überaus ruppige Auftreten von Allens Leuten gegenüber Nachbarn, Stadt und Investoren ließ den Traum platzen, bevor er beginnen konnte.

Nun gibt es einen neuen Anlauf für das Filetstück in Unterbilk. Bis spätestens Ende 2011 soll entlang der Reichsstraße und der Elisabethstraße auf dem Areal ein Bürokomplex plus Wohnbebauung entstehen, eingepasst in die besondere Lage neben der kleinen Reichsgasse. Die Häuser dort stammen aus dem 18. Jahrhundert, sind die Reste ländlicher Bebauung in Unterbilk und somit denkmalgeschützt.

Maximal 14.000 qm Bürofläche

Das Grundstück plus Immobilie ist noch in Besitz der Lanber GmbH. Die Projektentwicklung-Baumanagement-GmbH (PBG) wird die Immobilie nach RP-Informationen aber in naher Zukunft kaufen. Derzeit läuft ein eingeschränkter Architektenwettbewerb, bei dem es Mitte des Jahres ein Wettbewerbsergebnis geben soll. Vier Büros sind beteiligt, zwei sollen näher geprüft werden, sagt Jens Reich von Anteon, die das Projekt in Zukunft vermarkten werden.

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Derzeit versuchen alle Beteiligten, Ruhe in die seit eineinhalb Jahre anhaltende Unruhe um die Immobilie zu bekommen. Die Anwohner der Reichsgasse hatten öffentlich protestiert und erinnerten die Stadt an ihre Fürsorgepflicht für die alten Häuser. "Die Interessen der Anwohner und die Wahrung des Denkmalschutzes stehen im Vordergrund", verspricht Reich. Entlang der Reichsstraße und der Elisabethstraße sollen laut Anteon auch deshalb wohl nur bis zu 14.000 Quadratmeter Bürofläche entstehen, dazu entweder Wohnungen oder Stadthäuser. Entschieden sei da noch nichts Genaues, sagt Reich.

Sicher ist: Eine völlig neue Tiefgarage wird gebaut, um die bisherige zu ersetzen. Pläne, die in den nächsten Wochen den Bezirkspolitikern vorgestellt werden sollen, damit sie bei der nächsten Sitzung der BV 3 am 23. Juni diskutiert werden können. Frühestens Ende des Jahres wäre eine Abrissgenehmigung möglich, so dass 2010 mit den Arbeiten begonnen werden könnte.

Stadtplanungsdezernent Gregor Bonin befürwortet nach den rustikalen Methoden der irischen Investoren in der Vergangenheit nun eine klare Linie mit dem Ausgleich aller Interessen: Denkmalschutz, Investor, Stadt: "Die neuen Strukturen müssen maßstäblich sein und sich dem Umfeld anpassen." Vor allem mit Blick auf die denkmalgeschützte Reichsgasse will die Stadt keine überdimensionierten Pläne Wirklichkeit werden lassen.

In den nächsten Tagen will Bonin die politischen Gremien von diesen Pläne überzeugen.

(RP)
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