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Landeshauptstadt Düsseldorf: Neuer Anlauf für Regierungsviertel

Landeshauptstadt Düsseldorf : Neuer Anlauf für Regierungsviertel

Einige Landesministerien befinden sich in der Nähe des Landtags, andere sind über die Stadt verteilt. Pläne, alle Behörden zu zentrieren, gibt es seit Jahren. Mit dem vom Land gekauften Vodafone-Komplex ergeben sich neue Möglichkeiten – auch für das asbestbelastete Innenministerium.

Einige Landesministerien befinden sich in der Nähe des Landtags, andere sind über die Stadt verteilt. Pläne, alle Behörden zu zentrieren, gibt es seit Jahren. Mit dem vom Land gekauften Vodafone-Komplex ergeben sich neue Möglichkeiten — auch für das asbestbelastete Innenministerium.

Die Pläne der rot-grünen Landesregierung waren hochtrabend: Auf dem Jürgensplatz (Polizeipräsidium, Oberfinanzdirektion) und an der Haroldstraße, wo heute das Innenministerium steht, sollten nach Vorstellung des damaligen Bauministers Michael Vesper (Grüne) Neubauten entstehen, um den Platzbedarf der Landesministerien zu decken. Statt über die Stadt verteilt, sollten die Behörden nahe des Landtags zentriert werden.

Die 2005 angetretene schwarz-gelbe Regierung fegte diese Pläne vom Tisch — bereitete aber eine Alternative vor: Im Januar dieses Jahres bestätigte die Staatskanzlei, dass der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) am Rheinufer das Vodafone-Hochhaus (früher Mannesmann), den benachbarten Peter-Behrens-Bau, ein weiteres Gebäude und das Parkhaus Moselstraße kauft. Nach dem Auszug von Vodafone — nach aktuellem Stand später als der bisher angepeilte Termin 2012 — werden diese Immobilien ermöglichen, zumindest einen Teil der Ministerien im Exil an den Rhein zu holen.

Platz für 1300 Mitarbeiter

Da ist zum einen das asbestbelastete Gebäude des Innenministeriums, das nur noch abgerissen werden kann. Das Ministerium ist der erste Anwärter für den Vodafone-Komplex. Ebenfalls interessant dürfte der Einzug des Umweltministeriums sein, das derzeit weit entfernt an der Schwannstraße in Derendorf untergebracht ist. Von Schwarz-Gelb war angedacht, in dem dann sanierten Vodafone-Gebäude, das 1300 Landesbediensteten Platz bietet, möglicherweise auch noch das Finanzministerium unterzubringen und das derzeitige Gebäude an der Jägerhofstraße am Hofgarten zu verkaufen.

Aus dem neuen Landtag, aber auch von der Düsseldorfer Stadtspitze kommt nun Zustimmung für diese Pläne. "Kurze Wege machen doch Sinn", sagt der Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Olaf Lehne (CDU). Nicht nur Ministerien, auch einzelne Abteilungen seien über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Und manche, wie das Umweltministerium oder die Staatskanzlei im Stadttor, sollen auch saftige Mieten zahlen. Genaue Informationen, welche der Behörden zur Miete und welche in Landesgebäuden untergebracht sind, waren vom dafür zuständigen BLB nicht zu erfahren. Als Vermieter mache man solche Informationen grundsätzlich nicht publik, teilte ein Sprecher des Landesbetriebs auf Anfrage lediglich mit. Somit ist auch nicht klar, wie viel die Mieten das Land und somit den Steuerzahler kosten. Lehne will im Landtag eine entsprechende Anfrage stellen. Den Kaufpreis für die Vodafone-Bauten hat der BLB ebenfalls nie bestätigt, es war stets die Rede von 200 Millionen Euro.

Auch Monika Düker, Landtagsabgeordnete aus Düsseldorf und Landeschefin der Grünen, begrüßt einen Umzug von Innen- und Umweltministerium ins Vodafone-Haus. "Das ist natürlich eine Frage des Platzes. Aber dann könnte der teure Abriss des Innenministeriums mit einem Verkauf des Grundstücks finanziert werden. "Auch ihr liegen keine detaillierteren Informationen zur Größe der jeweiligen Gebäude vor. Lehne hingegen plädiert dafür, das Innenministeriums-Areal in Landesbesitz zu halten: "Das ist doch ein Filetgrundstück mit vielen Möglichkeiten." Sein Partei- und Landtagskollege Peter Preuß stimmt ihm zu: "Für die städtebauliche Entwicklung ist das sehr interessant."

Wohnen statt Ministerium?

Auch bei der Stadt Düsseldorf stoßen die Pläne auf Zustimmung. OB Dirk Elbers (CDU) sagt, es sei reizvoll, alle Ministerien in Landtagsnähe zu zentrieren und den gesamten Bereich städtebaulich neu zu planen. "Das kann einen gewissen Charme haben", bestätigt Stadtplanungsdezernent Gregor Bonin. Im Fachausschuss hatte er Anfang März keinen Hehl daraus gemacht, dass er sich auf dem Gelände, wo heute das Innenministerium steht, auch Wohnbebauung gut vorstellen könnte.

Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD), Mitglied des Planungsausschusses, fordert einen "Brückenschlag vom Hafen in die Carlstadt". Für den gesamten Bereich soll ihrer Ansicht nach ein städtebaulicher Wettbewerb gestartet werden, um das gestalterisch beste Ergebnis zu finden. Ins Wettbewerbsgebiet müssen ihrer Ansicht nach auch das Grundstück der Stadttochter IDR am Rheinturm eingebunden, das alte und unansehnliche Parkhaus an der Moselstraße sowie besagte Landesgrundstücke einbezogen werden.

(RP)