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Haus stand lange leer: Neue Wohnungen in der Villa Sack

Haus stand lange leer : Neue Wohnungen in der Villa Sack

Die Villa der Fabrikanten-Familie Sack am Rand des Grafenberger Waldes war einst der Inbegriff für vornehmes Wohnen mit Kultur. Nach jahrelangem Leerstand soll sie jetzt wieder zum Wohnen genutzt werden. Allerdings nicht wie seinerzeit für nur eine Familie. Das Grundstück an der Ernst-Poensgen-Allee wird vielmehr künftig Platz für 17 Wohnungen zwischen 100 und 330 Quadratmeter Wohnfläche bieten.

Der Charme der alten Villa mit dem Kutscherhaus sowie dem Hausmeistergebäude soll erhalten bleiben, wird aber durch einen Bau im hinteren, kaum einsehbaren Teil ergänzt, so der Investor, die Firma Himmels-Schlüsselfertig GmbH, die auf die Ergänzung von Tradition und Moderne setzt.

Die Tradition der Villa Sack spielt in Grafenberg eine große Rolle. Sie gehört zu den typischen Villen für einflussreiche Unternehmen. Zudem war sie jahrelang eine Gedenkstätte für den Künstler Bernhard Sopher. Der in Palästina geborene Sopher hatte an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und gehörte zur Gruppe "Junges Rheinland". Als die Nationalsozialisten Skulpturen von ihm einschmolzen und Verfolgung drohte, floh er nach Kalifornien. Dort starb er 1949. Skulpturen von ihm standen bis vor kurzem in Düsseldorf, bevor sie Angehörige der Familie Sack nach dem Verkauf der Villa nach München holten.

Die Atmosphäre des herrschaftlichen Hauses soll erhalten bleiben. Das war auch die Auflage des Planungsamtes, das sich die Forderungen der Bezirksvertretung zu eigen gemacht hatte. Die Ausmaße und die Außenmauern bleiben, ebenso der hübsche Zwiebelturm und der wohlgeformte Giebel. Allerdings können größere Fenster eingelassen werden, damit die Wohnungen mit den über vier Meter hohen Decken ausreichend Tageslicht bekommen, heißt es bei Steudel-Exclusiv Immobilien, die die Wohnungen vermarkten. Auch die Torhäuser bleiben bestehen, in das Kutscherhaus wird der Investor selbst einziehen. Mit gelegentlichen Ausstellungen will er an die Kunsttradition in der Villa Sack anknüpfen.

(RP)