Dorfstube eröffnet am Montag: Neue Top-Gastronomie in Oberkassel

Dorfstube eröffnet am Montag: Neue Top-Gastronomie in Oberkassel

Die Familie Bareiss ist bei Feinschmeckern bekannt: Sie betreibt in Baiersbronn im Schwarzwald ein Sterne-Restaurant, Hotel und eine Ferienanlage. Jetzt zieht es die Badener an den Rhein: Christian Bareiss eröffnet am Montag die "Dorfstube" im alten Oberkasseler Hof.

Die eine Stube ist nach dem Großvater, dem Förster Jakob, benannt. Die andere ist die Uhrenstube, die dritte zeigt Küchenutensilien, die kleinste heißt Bareiss-Stube - "und ist meiner Familie gewidmet." Christian Bareiss (33) entstammt einer bekannten Familie, die sich dem Gastgewerbe verschrieben hat. Baiersbronn ist der angestammte Platz - jetzt ist auch Düsseldorf neue Firmenadresse.

Christian, einer der beiden Söhne von Hermann Bareiss, hat anderthalb Jahre gebraucht, bis er nun sein Ziel erreicht hat. Am Montag um 11.30 Uhr eröffnet er den "Dorfkrug" im früheren Oberkasseler Hof. Damit stärkt er nicht nur den Gastronomiestandort im linksrheinischen Stadtteil, sondern setzt einen Akzent, den es so in der Region noch nicht gibt. Der Dorfkrug ist durch und durch ein Stück authentischer Schwarzwald - mit Originaldeckenbalken, 200 Jahre altem Holz für die Wände und Böden, Kachelöfen, Antiquitäten aus Baden-Württemberg und "echter Schwarzwälder Küche", wie Bareiss jun. ankündigt.

Seine neu gegründete Firma hat das Erdgeschoss des denkmalgeschützten Hauses gekauft. Damit ist die Ära von Abed Mansour, der das Haus vorher betrieben hatte, endgültig beendet. Seit zehn Jahren stand der "O-Hof" zudem leer, war verfallen und musste für das neue Restaurant komplett saniert werden. "Wir haben insgesamt einen hohen sechsstelligen Betrag investiert", gibt Bareiss zu.

Diese Investition ist sichtbar - das Haus ist nicht mehr wiederzuerkennen. Mit viel Liebe zum Detail wurden die sechs unterschiedlichen Themen-Stuben mit insgesamt 100 Plätzen eingerichtet. An den Wänden hängen typische Bollenhüte aus dem Schwarzwald, nostalgische Vorratsbehälter für Nudeln und Graupen, echte Familienfotos, in fast jedem Raum ist, so Bareiss, "der Herrgott" zu sehen: eine Jesusfigur entweder am Kreuz oder unter Glas, für die Bareiss sogar gezielt in Antiquitätenläden nach einem passenden Rosenkranz suchte. Das Schwarzwald-Konzept wird bis zur Toilette durchgezogen: Die Herren-Urinale sind durch hölzerne Wände getrennt, in die sogar das typische Herz geschnitzt ist.

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Die Innenarchitektur ist das eine - meistens ist der Gast aber am Essen interessiert. Und hier wollen Bareiss, Betriebsleiter Markus Schrödter, Restaurantleiter Dennis Paschmann und Küchenchef Dirk Kergl etwas Neues bieten. Auf der Karte stehen Vesperspezialitäten, Maultaschen, Rindfleischeintopf mit Wurzelgemüse, Schwarzwälder Schinken - Einflüsse aus dem Elsass sind erlaubt, ansonsten aber soll die Küche aus der Bareisschen Heimat auf der Karte stehen.

Die Preiskalkulation ist noch nicht abgeschlossen: Vorspeisen kosten unter zehn Euro, Hauptgerichte zwischen 13 und 28 Euro. "Unser Essen soll erschwinglich für alle sein," sagt Bareiss, selbst gelernter Koch und zudem Betriebswirt. Er ist übrigens auch nach Oberkassel gezogen und liebt vor allem die Ruhe im Stadtteil. "Man hört hier maximal die Kirchenglocken."

Mit dem "Dorfkrug" erfährt Oberkassel eine weitere Aufwertung in Sachen Gastronomie: Gegenüber hat sich das Team um Robert Hülsmann in die Herzen der Gäste gekocht, der "Alte Bahnhof" bleibt beständig auf hohem-rustikalem Niveau, der Prinzinger ist wieder eröffnet, am anderen Ende der Luegallee eröffnet demnächst ein "Bastians" der Familie Kamps.

(RP)
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