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Neue Schienen für die Oberkasseler Brücke in Düsseldorf

Bauarbeiten am Wochenende : Neue Schienen auf der Oberkasseler Brücke

Die Schienen, die über die Oberkasseler Brücke verlaufen, müssen sie sich ausdehnen und zusammenziehen können. Dafür werden sie in der Rheinbahn-eigenen Gleisbauwerkstatt in eine Form gefräst und vormontiert. Am Wochenende fand der Austausch statt.

Rund 25 Jahre haben die Schienenauszugsvorrichtungen, kurz Dehnungen oder Dilatationen genannt, auf der Oberkasseler Brücke nun schon auf dem Buckel. Mittlerweile sind sie so abgenutzt, dass sie nicht mehr aufgearbeitet werden können. Auch wenn sie noch keine Gefahr darstellen, ausgetauscht werden, mussten sie am Wochenende trotzdem. Daher war die Brücke von Freitag Abend bis  Montag um 4.00 Uhr für den Straßenbahnverkehr gesperrt.

Zuerst einmal wurden die Vorgänger, die auf der Brücke Kälte, Wind und Feuchtigkeit getrotzt haben, entfernt. Dann montierten die Gleisbauer die neuen Schienen, deren „Zungen“ sich über sogenannte „Gleitstühle“ bewegen, wenn die Brücke und der Stahl der Schienen sich bei Wärme ausdehnen oder bei Kälte zusammenziehen. Die neuen Dehnungen, die alle in der Gleisbauwerkstatt in Heerdt speziell hergestellt wurden, sind sehr langlebig, leiden wenig unter Verschleiß und sind Präzisionsarbeit. Das Wichtige ist, dass sie Temperaturänderungen  gut ausgleichen können. Und gerade Brücken, wie die Oberkasseler  die eine Hohlkastenstahlbrücke ist  oder auch die Kardinal-Frings Brücke, die so eine Schienen-Konstruktion schon hat, sind sehr temperaturempfindlich. Der Temperaturausgleich dient dem Schutz der neuen Gleise. Ohne ihn fangen die Schienen an, sich zu bewegen, was nicht nur zu einem Verschleiß bei den Schwellen und Schienen, sondern auch  zu Rissen im Beton führen kann.

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Die Dilatationen sind Unikate und müssen für jeden Ort genau bemessen werden. „Wir sind stolz darauf, dass wir eine eigene Gleisbauwerkstatt haben, in der wir alles selber herstellen können“, so Lukas Thomalla, Teamleiter der Gleisbauwerkstatt. Wenn es die nicht gäbe, hätte der Austausch der Dehnungen sehr viel länger gedauert. „Die Lieferzeiten liegen zurzeit bei 12 Monaten und mehr“, fügt er hinzu. Das läge daran, dass der Markt momentan einfach zu gesättigt sei, so Holger Langer vom Technischen Büro Gleisanlagen. Mit der eigenen Werkstatt  seien von der Vorarbeit bis zum Einsetzen der Dehnungen gerade mal vier Monate vergangen.

Rund 100 000 Euro koste der aktuelle Tausch der zwei Dilatationen auf der Brücke. Beendet sind die Bauarbeiten aber nicht. „Nächstes Jahr, noch vor dem Japantag, werden die beiden Dehnungen Richtung Oberkassel ausgetauscht werden“, so Langer. Den Mitarbeitern der Rheinbahn ist klar, dass viele es lieber sehen würden, wenn die Dilatationen in beide Richtungen gleichzeitig ausgetauscht würden, um eine weitere Sperrung und auch den nächtlichen Lärm zu vermeiden. „Das ist aber leider nicht möglich, da wir sowohl ein Bau- als auch ein Arbeitsgleis brauchen und auch zeitlich wäre das an einem Wochenende nicht möglich“, sagt Langer