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30 neue Kräfte: Neue Prüfung für den OSD

30 neue Kräfte : Neue Prüfung für den OSD

Wie von der FDP gefordert, müssen die neuen OSD-Mitarbeiter zusätzlich zur stadtinternen Ausbildung auch eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ablegen. Ordnungsamt: "Das bringt nichts Neues."

Auf Wunsch von CDU und FDP soll der Ordnungs- und Sicherheitsdienst (OSD) um 30 auf 150 Kräfte aufgestockt werden. Den Zuschlag gab es bei den Haushaltsberatungen allerdings nur unter Vorbehalt der Liberalen. Die FDP verlangte einen Ausbau der Ausbildung und eine externe Abschlussprüfung der Sicherheitsleute. In einer Beschlussvorlage, die morgen dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss (OVA) vorliegt, heißt es daher, dass alle neuen OSD-Mitarbeiter zusätzlich zu der stadtinternen Ausbildung, eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ablegen sollen.

"Erst wenn der Ausschuss unserem Antrag zustimmt, werden die 30 Stellen freigegeben", sagt Manfred Neuenhaus, Sprecher der FDP-Fraktion im OVA. "Wir wollen die größtmögliche Qualifikation für die neuen Leute und nur diejenigen in den Außendienst schicken, die auch dafür geeignet sind." Schließlich sei der OSD nicht mehr vornehmlich für Service zuständig, sondern in erster Linie ein Ordnungsdienst.

Bei der IHK rechnet man im Mai mit den ersten Kandidaten. Abgelegt wird die so genannte "Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe". Die richtet sich üblicherweise an Türsteher, Wachmänner und Kaufhaus-Detektive. "Die Qualifikation wird notwendig, sobald Sicherheitsleute im öffentlichem Raum tätig werden", sagt IHK-Geschäftsführerin Mechthild Teupen. 40 Seminarstunden setzt die Kammer an, um die Teilnehmer auf die Prüfung vorzubereiten.

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Schriftlich und mündlich werden sechs Fachbereiche abgefragt (siehe Info). Ein Schwerpunkt liegt auf den rechtlichen Fragen. "Ansonsten ist uns der Bereich ,Umgang mit Menschen' sehr wichtig", sagt Ute Henkens, die auch in der Prüfungskommission sitzt. Wie verhalte ich mich in Gefahren- und Konfliktsituationen? Welche Deeskalationstechniken gibt es? Die Durchfallquote bei der Sachkundeprüfung liegt bei 50Prozent.

Die neuen OSD-Mitarbeiter, deren interne Ausbildung insgesamt 507 Stunden dauert, werden selbstständig auf die Prüfung vorbereitet. Die IHK unterstützt die Schulung an drei Tagen. "Eine zusätzliche Qualifikation kann sicher nicht schaden", sagt Nicole Süring, die kommissarische Leiterin des Ordnungsamtes. "So bekommen unsere Mitarbeiter noch einen offiziellen Nachweis - inhaltlich bringt diese Prüfung allerdings nichts Neues." Durch die Blume klingt auch bei der IHK durch, dass die OSD-Mitarbeiter wohl nur bedingt von einer Qualifizierung profitieren, die sich vor allem an Türsteher und Wachleute richtet. Geschäftsführerin Teupen: "Mich würde es wundern, wenn die Kandidaten, die der OSD schickt, die IHK-Prüfung nicht mit Glanz und Gloria bestehen."

(RP)