Düsseldorf: Neue Idee für Zukunft des Kö-Bogen-Pavillons

Düsseldorf : Neue Idee für Zukunft des Kö-Bogen-Pavillons

Die Kunstsammlung NRW regt an, den Pavillon an den Kaiserteich vors K21 im Ständehaus zu stellen. Er könnte zum Kultur-Café werden.

Wenn die Wehrhahn-Linie Ende 2015 in Betrieb geht, muss der Kö-Bogen-Pavillon vom Corneliusplatz weichen. Was mit dem millionenteuren Gebäude passiert, ist noch unklar. Nun bringt der Kaufmännische Direktor der Kunstsammlung NRW, Hagen Lippe-Weißenfeld, eine neue Idee ins Spiel. Er schlägt vor, das Gebäude neben dem Kaiserteich aufzustellen, also in der Parkanlage vor dem K 21 im Ständehaus. "Das könnte helfen, den Park wiederzubeleben."

Ein fertiges Konzept hat Lippe-Weißenfeld nicht in der Tasche. Er will zunächst zu einer Diskussion anregen und möglicherweise Partner gewinnen. Seiner Idee zufolge könnte der Pavillon in Richtung Wasserstraße platziert werden. Das wäre zwar ein Bruch mit dem Stil der von Maximilian Weyhe entworfenen historischen Parkanlage, aber: "So etwas kann seinen Reiz haben", so Lippe-Weißenfeld.

Noch zu klären ist, wofür der Pavillon an dieser Stelle überhaupt dienen soll. Lippe-Weißenfeld stellt sich vor, dass er zum "Schaufenster der Kultur in die Stadt" werden könnte. Die (vom Land finanzierte) Kunstsammlung und die städtischen Kulturinstitute könnten dort Lesungen und andere Veranstaltungen abhalten. Außerdem könnte man dort vielleicht ein Café einrichten. Wichtig sei, dass das Angebot so attraktiv ist, dass Besucher dafür bis zu dem abgelegenen Standort gehen. "Der Pavillon muss Anziehungskraft haben."

Entscheiden über das Vorhaben müsste die Kommunalpolitik. Die Parkanlage gehört der Stadt, die auch den mehrere hunderttausend Euro teuren Umzug tragen müsste. Klar ist: Ein weiteres Ausstellungshaus für die Kunstsammlung würde der Pavillon nicht werden. "Wir zeigen bereits unsere gesamte Sammlung", so Lippe-Weißenfeld.

Der Kö-Bogen-Pavillon mit Aussichtsplattform muss Ende 2015 vom Corneliusplatz weichen - vielleicht zum Kaiserteich. Foto: Andreas Bretz

Der Kunstsammlungs-Direktor kann auf ein offenes Ohr des neuen Oberbürgermeisters hoffen. Thomas Geisel hatte im Wahlkampf erklärt, der Kaiserteich müsse zum "Bürgerpark" entwickelt werden. Bislang wird die Parkanlage mitten in der Innenstadt wenig genutzt. Die Kunstsammlung wirbt seit Jahren dafür, das zu ändern. Sie regte auch an, dort wieder einen Bootsverleih einzurichten. Allerdings fand sich bislang kein Pächter. Vom 19. bis 21. September werden wieder Boote auf dem Teich fahren - dann feiert die Kunstsammlung zum zweiten Mal ihr Lichterfest.

Für den Kö-Bogen-Pavillon gibt es bei der Stadt offenbar bereits weitere Option. Der Beigeordnete Gregor Bonin sagte auf Anfrage der Linkspartei im Planungsausschuss, man denke über eine andere städtische Nutzung nach, außerdem gebe es einen Kaufinteressenten. Der Pavillon, der über die Fortschritte beim Bau von Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie informiert, hatte 1,3 Millionen Euro gekostet. Der Umzug vom Schadowplatz zum Corneliusplatz schlug mit 880 000 Euro zu Buche.

(RP)