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570 Tonnen Stahl: Neue Fußgängerbrücke am Hafen montiert

570 Tonnen Stahl : Neue Fußgängerbrücke am Hafen montiert

Düsseldorf (dto). Am Donnerstag wurde der letzte Teil des stählernen Brückenkörpers mit einer Gesamtlänge von knapp 150 Metern montiert. Ein Schwimmkran hievte die in Duisburg vorgefertigten und insgesamt 570 Tonnen schweren Brückenteile, in ihre endgültige Position und sorgte für eine durchgehende Verbindung zwischen der Straße "Am Handelshafen" und der Spitze der Speditionsstrasse. Im März soll die 5,9 Millionen Euro teure Fußgänger- und Radfahrerbrücke eröffnet werden.

Oberbürgermeister Joachim Erwin freute sich am Donnerstagmittag über die Baufortschritte: "Die Brücke schafft noch mehr Attraktivität für den Medienhafen und eröffnet völlig neue Perspektiven für den öffentlichen Raum an dieser Stelle." Etwas enttäuscht zeigte sich der Oberbürgermeister darüber, dass die ursprünglichen Pläne mit zwei Brückenhäusern nicht verwirklicht wurden. So soll die Brücke nicht nur eine rasche Verbindung zur Speditionsstrasse bilden, sondern neue Aufenthaltsqualität an den Hafen bringen. Dazu werden unter anderem sitzfreundliche Holzbohlen angebracht, die stufenförmig längs der Brücke verlaufen und zum Genießen des Hafenpanoramas einladen. Atmosphärisches Licht, das aus den Zwischenräumen der Sitzstufen dringt, sorgt bei Nacht für eine ganz besondere Stimmung.

Die Stahlkonstruktion (sechs Hohlkästen mit einer Länge von 25 Metern und einer Breite von 4,8 Metern und 24 Seitenteile mit Sitzstufen mit einer Länge von 12,5 Metern und einer Breite von 3,4 Metern) waren per Schwerlasttransport von Dessau nach Duisburg zum Vormontageplatz transportiert worden. Die Brücke hat eine Öffnung mit einer schiffbaren Breite von 36 Metern und eine Durchfahrtshöhe bei Mittelwasser von neun Metern. Für die Gründungen wurden 1.400 Kubikmeter Beton und 180 Tonnen Betonstahl eingebaut.

Am Dienstag wurden die drei Stahlbauteile per Schiff nach Düsseldorf transportiert. Zunächst mussten die Seitenteile eingesetzt werden, am Donnerstagmittag folgte der Mittelteil. Die Stahlkonstruktion für die Insel und die Treppe zur Insel wurde ebenfalls im Laufe des Tages eingesetzt. Nun wird die Stahlkonstruktion verschweißt, bevor der Holzbelag verlegt, die Beleuchtung (Lichtlinien, Sitzkuben) eingebaut und das Glasgeländer ergänzt wird. Auffälliges Wahrzeichen der Brücke ist das quadratische Brückenhaus, das gastronomisch betrieben werden soll.

Vor Eröffnung der Brücke im März wird auf Seite der Speditionsstraße das Julo-Levin-Ufer auf die Höhe des Brückenwiderlagers gebracht. Dabei wird das Gelände um etwa drei Meter aufgeschüttet und die gesamte Spitze der Speditionsstraße hochwassersicher ausgebaut. Die Höhendifferenz wird über eine Treppe und eine behindertengerechte Rampe ausgeglichen. Die maximale Steigung der Brücke ist ebenfalls behindertengerecht auf sechs Prozent begrenzt. Vor der Brücke wird ein Platz mit einer Breite von 17 und einer Länge von 20 Metern angelegt.