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Düsseldorf: Neue Fernbuslinie nach Frankfurt und München

Düsseldorf : Neue Fernbuslinie nach Frankfurt und München

Seit wenigen Monaten ist der Fernlinienbus-Verkehr in Deutschland freigegeben. Ab kommenden Monat gibt es neue Verbindungen ab Düsseldorf - zum Beispiel nach Frankfurt.

Regulär kostet die Strecke 18 Euro - zum Start im April gibt es einige Tickets jedoch vergünstigt für nur fünf Euro (einfache Fahrt). Auch Augsburg, der Frankfurter Flughafen, der Köln-Bonner Flughafen sowie München und Stuttgart fährt das britische Unternehmen National Express unter den Namen "City2City" ab April von Düsseldorf aus per Bus an.

Europas größter Betreiber von Langstrecken-Verkehr will sowohl der Bahn Passagiere abjagen als auch neue Kunden in die Busse locken. "Wir sind Marktführer in England, wir sind Marktführer in Spanien und wir wollen Marktführer in Deutschland werden", sagte Roderick Donker van Heel, Geschäftsführer National Express Deutschland, am Mittwoch. "Wir treten mit einer langfristigen Vision an und wollen ein komplettes Netzwerk aufbauen." Im Laufe des Jahres sollen weitere Großstädte in Nord- und Ostdeutschland angebunden werden.

Die Bundesregierung hatte ab Januar den Markt freigegeben, der über Jahrzehnte zum Schutz der Bahn stark eingeschränkt wurde. Lediglich Verbindungen von und nach Berlin waren wegen der besonderen Lage der lange eingemauerten Stadt zugelassen. Fernbusse gelten als ähnlich umweltfreundlich wie Züge, und die Tickets sind deutlich billiger. Der Bus Frankfurt-München von "city2city" wird jedoch sechs Stunden brauchen, der ICE fährt die Strecke in rund 3,5 Stunden. Die Fahrt von Düsseldorf nach München dauert zwölf Stunden.

National Express rechnet mit Gegenangriff der Bahn

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Die Bahn, die auch derzeit Deutschlands größter Bus-Betreiber ist, werde den Markt aber nicht kampflos aufgeben, prophezeite van Heel. "Sie wird sicherlich in den kommenden Monaten neue Linien eröffnen", sagte er. "Ich glaube wirklich nicht, dass die da passiv zugucken, was passiert." Van Heel erwartet, dass Deutschland letztlich zwischen wenigen großen Anbietern aufgeteilt wird: "Nach zwei, drei Jahren konzentriert sich der Markt auf zwei bis vier große Spieler." Die Deutsche Bahn hat angekündigt, zunächst die Marktentwicklung abwarten zu wollen. Man habe Zweifel, ob ein Einsatz von Fernbussen im großen Stil ausreichend profitabel sein könne. Zuletzt aber hatte sie ebenfalls eine Reihe neuer Verbindungen vorgestellt, die ab April bedient werden sollen.

Zudem hat ein weiterer Großkonzern den neuen Markt im Blick: Die Deutsche Post will zudem zusammen mit dem ADAC an die Tradition der Postbuslinien anknüpfen und prüft einen Einstieg ab 2014. Daneben treten ein Reihe kleinerer Anbieter an.

Briten wollen Autofahrer zum Umstieg bewegen

Seine Kunden will National Express nicht nur zum Umstieg von der Bahn in Busse bewegen: Auch Menschen, die auf Mitfahrzentralen setzten oder Autofahrer sollten gewonnen werden, sagte van Heel. National Express will zunächst 10.000 Fahrscheine für fünf Euro anbieten, danach sollen die Preise bei acht Euro beginnen. Die Fahrt Frankfurt-Duisburg beispielsweise wird bei etwa 18 Euro liegen.

Die Flotte von zunächst 15 neuen Bussen wird mit WLAN und Steckdosen ausgestattet und jede Strecke an sieben Tagen die Woche jeweils fünf Mal pro Tag befahren. Ähnlich wie bei Fluglinien und der Bahn wird National Express ein Treue-Prämienprogramm anbieten. Sitzplätze können ebenfalls gebucht werden. Schon 2013 werde mit etwa einer halben Million Passagieren gerechnet, sagt van Heel.

National Express greift zudem die Deutsche Bahn auch bei den Regionalzügen an. Im milliardenschweren Nahverkehrsmarkt stehen in diesem Jahr eine Reihe von Ausschreibungen an. Kürzlich hatten die Briten die ersten Strecken in Nordrhein-Westfalen gewonnen.

(REU/top/jco)