Düsseldorf: Neue Beratungsstelle für Regenbogenfamilien

Düsseldorf: Neue Beratungsstelle für Regenbogenfamilien

In Eller gibt es jetzt eine Anlaufstelle, in der lesbische, schwule und transsexuelle Eltern beraten werden.

Zum ersten Mal bundesweit wird eine Beratungsstelle für Regenbogenfamilien mit der für klassische Familienbilder kombiniert. Was bislang immer deutlich voneinander getrennt wurde, wird nun in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf auch räumlich kombiniert. Der Jugendhilfeausschuss hat dafür über eine Testphase von zwei Jahren, jährlich 75.000 Euro zur Verfügung gestellt, die der Beratung von lesbischen, schwulen oder transsexuellen Eltern und der Weiterbildung von Pädagogen und Fachberatern zugutekommen sollen.

Vivian Donner hat bereits im September ein Büro als Fachberaterin für Regenbogenfamilien in der Familienberatungsstelle Eller, Schloßallee 12c, bezogen. Neben der Beratung von Eltern zu Themen wie Kinderwunsch, Adoption, Konfliktberatung, und Alltagsproblemen werden dort auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachpersonal angeboten. "Wie gehe ich am besten damit um, wenn ich als Lehrerin auf Kinder aus Regenbogenfamilien treffe? Wie unterstütze ich dieses Kind im Schulalltag?" Diese und viele weitere Fragen sollen durch Fachvorträge, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen erörtert und geklärt werden.

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"Kinder sollten sich nicht für ihren familiären Hintergrund rechtfertigen müssen", sagt Klaus Trömer, Leiter der Erziehungsberatungsstelle in Eller. "Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern kommen in ihrem Alltag oft in Erklärungsnot", berichtet Fachberaterin Vivian Donner. Zumindest Fachkräfte in Schulen und Kindergärten müssten dann angemessen und vor allem auch authentisch reagieren können. Wer Normalität vermitteln möchte, müsse Regenbogenfamilien allerdings erst einmal selbst als normal ansehen. Dies ist einer der Gründe, warum die Integration einer Fachberatung in eine klassische Familienberatung so wichtig sei. Das Ziel in den nächsten Jahren sei es vor allem, räumlich getrennte Beratungsstellen obsolet zu machen und darauf hinzuarbeiten, dass Regenbogenfamilien nicht mehr gesondert betrachtet werden müssen.

Die neue Fachberatungsstelle für Regenbogenfamilien soll so eine hürdenfreie Anlaufstelle bieten. Fragen und Terminabsprache unter Telefon 0211 60025363

(stt)