U74-Verlängerung: Neue Bahn in den Süden

U74-Verlängerung: Neue Bahn in den Süden

Seit Donnerstag fährt jede zweite U74 bis nach Benrath. Das beschleunigt die Verbindung zur Innenstadt sowie in die linksrheinischen Stadtteile und nach Meerbusch. Dennoch sind einige Rheinbahn-Kunden sauer.

Zwei Formen von Erstaunen waren gestern an der Straßenbahn-Strecke Richtung Benrath zu beobachten: erfreutes Erstaunen an den Haltestellen, weil plötzlich die roten U-Bahnen auch an Stationen südlich von Holthausen auftauchten, wo sie bisher ihren Endpunkt hatten. Und verärgertes Erstaunen in den Bahnen, weil jede zweite der Linie 701 nun nicht mehr bis Benrath fährt, sondern bereits in Holthausen wendet. Nach einem Jahr Bauzeit und der Investition von 6,9 Millionen Euro hat die Rheinbahn gestern die Verlängerung für die Linie U74 freigegeben.

Vorteil für Messe und Arena

Das Nahverkehrsunternehmen schließt damit eine Lücke in seinem Netz. Ab sofort sind der Hauptbahnhof, die Haltestelle in der Altstadt ("Heinrich-Heine-Allee") sowie die linksrheinischen Stadtteile Oberkassel und Lörick direkt mit Benrath verbunden. Bisher mussten Fahrgäste an der Station "Steinstraße/Königsallee" in die 701 umsteigen oder am Hauptbahnhof in die S-Bahnen beziehungsweise Regionalzüge. Zudem haben Nahverkehrs-Nutzer aus Neuss, Meerbusch, Krefeld und Duisburg nun eine bessere Anbindung an den Süden. Umgekehrt gelangen Rheinbahn-Kunden aus Benrath schneller zur Messe und in die Arena.

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Die Kehrseite der Verlängerung ist auf der Linie 701 zu sehen. Diese wechselt sich nun auf der Strecke zwischen Holthausen und Benrath mit der U 74 ab. Der Zehn-Minuten-Takt bleibt deshalb bestehen. Für Fahrgäste, die im Rollstuhl sitzen oder mit einem Kinderwagen unterwegs sind, wird die Teilnahme am Nahverkehr dadurch aber erschwert. Auf der Linie U74 sind grundsätzlich hochflurige Züge unterwegs, in die Kunden nur über Trittstufen gelangen. Diese Bahnen scheiden für viele "mobilitäts-eingeschränkte" Kunden aus, sie müssen sich auf die Angebote der 701 konzentrieren.

Da bis Ende des Jahres noch zahlreiche Silberpfeile zur Sanierung bei Siemens sind, drohen auch auf der Linie 701 Züge mit Trittstufen, die älteren gelben Bahnen. "Die 701 wird bei der Fahrzeug-Verteilung bevorzugt, das Soll auf der Linie sind Niederflur-Bahnen", erklärte Wolfgang Eilrich, Abteilungsleiter Verkehr bei der Rheinbahn.

Die hohen Kosten (zu 80 Prozent aus Bundes- und Landesmitteln finanziert) resultieren aus besonderen Bauarbeiten: Im Süden sind zwei neue Brücken entstanden, zudem hat die Rheinbahn ihren Betriebshof umgebaut. Bisher konnten dort nur Straßenbahnen wenden. In der erweiterten Schleife ist dies nun auch die roten U-Bahnen und den Fahrzeugen der Wehrhahn-Linie möglich.

(RP)
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