Beamter legt Teilgeständnis ab Neubürger erfunden und Kredite kassiert

Düsseldorf (dto). Ein 35-jähriger Beamter der Stadt Düsseldorf hat am Freitag vor dem Landgericht gestanden, Neubürger erfunden und sich in ihrem Namen Kredite in Höhe in Höhe von 150.000 Euro erschlichen zu haben. Insgesamt 71 Fälle von Betrug und Urkundenfälschung legen ihm die Ermittler zur Last. Den Vorwurf, in 20 Fällen Ausländern zu deutschen Ausweispapieren verholfen zu haben, stritt er jedoch ab. Das Gericht hatte dem Angeklagten im Falle eines Geständnisses eine Haftstrafe von nicht über drei Jahren in Aussicht gestellt.

 Wegen einer Einbruchsserie in Luxushotels muss sich eine Bande vor Gericht verantworten.

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Foto: rpo/ms

Der Mann war im Einwohnermeldeamt für die Erfassung von Neubürgern und die Ausstellung von Ausweisdokumenten zuständig. Schulden in Höhe von rund 50.000 Euro brachten ihn zusammen mit einem gleichaltrigen Sozialversicherungsangestellten auf kriminelle Gedanken. Immer wieder erfand er Neubürger und forderte in ihrem Namen Ausweispapiere an.

Da der Beamte in seiner Position Ausweise nicht selbst ausdrucken durfte, verschaffte er sich mit Tricks Zugang zum Computer von Kollegen. In die Personalausweise und Reisepässe klebte er dann ein Foto von sich ein und marschierte damit zu mehreren Banken in Düsseldorf. Gefälschte Gehaltszettel machten den Betrug perfekt. Zusammen mit seinem Komplizen erschwindelte er sich so Kredite in Höhe von 150.000 Euro. 2002 flogen die Machenschaften des Duos auf. Da waren die beiden Betrüger schon vier Jahre am Werk, im April 2005 wurde schließlich Anklage erhoben.

Den Vorwurf der Anklage, Ausländer illegal eingebürgert und dafür 20.000 Euro kassiert zu haben, wies der Angeklagte jedoch weit von sich. "Ich werde in diesem Punkt zu Unrecht beschuldigt", erklärte der 35-Jährige und behauptete, "auf Anweisung" gehandelt zu haben. Sein Komplize, den der Angeklagte schon aus Schulzeiten kennt und mit dem er sich eine Wohnung teilt, gestand Betrug und Urkundenfälschungen "in vollem Umfang" ein. Dafür hatte ihm das Gericht eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren in Aussicht gestellt.

Der Prozess wird am 24. August fortgesetzt.

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