Neuberger-Medaille der jüdischen Gemeinde Düsseldorf verliehen

Josef-Neuberger-Medaille : Jüdische Gemeinde zeichnet engagierte Christen aus

Ohne die Preisträger wäre die Lage der Gemeinde ungleich schlechter, sagt ihr Vorsitzender Oded Horowitz.

Joachim Lüdecke ist Katholik, im Kirchenvorstand engagiert, und wenn er in seinem privaten oder im beruflichen Umfeld (er ist unter anderem Anwalt in einer Großkanzlei, und Professor an der Heine-Uni) auch nur einen Hauch von Antisemitismus wahrnimmt, „bezieht er in aller Deutlichkeit Stellung dagegen“. Pfarrer Michael Dederichs würdigte in seiner Laudatio auf den Neuberger-Medaillen-Träger auch dessen unbeirrbaren Einsatz für das jüdische Leben als Teil des Landes und Lüdickes Engagement für den Bau des Albert-Einstein-Gymnasiums, für das er bedeutende Summen eingeworben hat.

Der katholische Pfarrer sprach damit im Leo-Baeck-Saal der jüdischen Gemeinde alle Punkte an, die diese Gemeinde zur Zeit bewegen: Das neue Gymnasium auf der einen, erstarkenden Antisemitismus auf der anderen Seite. Gemeindevostand Oded Horowitz wies bereits in seiner Begrüßung darauf hin, dass der „Gegenwind  spürbar schärfer geworden“ sei.

Am Donnerstagabend aber sollten die guten Nachrichten und die Freuden der Gemeinde im Vordergrund stehen, und zu denen zählte die Auszeichnung  auch der Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke. „Ohne die Geehrten wäre die Situation unserer Gemeinde ungleich komplizierter“, sagte Horowitz. Oberbürgermeister Thomas Geisel würdigte Gödecke als „Brückenbauerin in der Tradition von Johannes Rau, die sich vor allem um die Erinnerungskultur verdient mache.

Die Neuberger.Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die Jüdische Gemeinde an Nicht-Juden vergibt. Landtagspräsident André Kuper nannte die Ehrung seiner Stellvertreterin eine Auszeichnung für die parlamentarische Demokratie insgesamt. Gödecke nahm sie auch als Verpflichtung an, „Rassismus und Antisemitismus mit klarem Nein entgegenzutreten“.

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