Kommentar: Nächster Rückzug der Lufthansa

Kommentar : Nächster Rückzug der Lufthansa

Noch vor Jahren wollte die Lufthansa Düsseldorf zum dritten Standbein machen. Vom Rhein aus gingen zig Flüge zu interkontinentalen Zielen. Die Aufnahme eines Direktfluges nach Tokio stand kurz bevor. Dann wendete sich das Blatt. Erst wurde der Tokio-Flieger abgesagt, jetzt werden auch die Direktflüge nach Chicago eingestellt. Der Wartungsstützpunkt für den letzten verbliebenen Lufthansa-Langstreckenjet wird nach München verlegt. Ein Rückzug auf Raten. Dazu gehört auch, dass man sich bei der Langstrecken-Billigtochter für KölnBonn und nicht für Düsseldorf entschied. Einst war der Himmel über DUS voll von Fliegern mit dem Kranich auf dem Leitwerk. Der ist heute eine Seltenheit in Düsseldorf. Die allermeisten Linien wurden auf die Billigtochter Germanwings übertragen. Diese Woche die nächsten Rückzugs-Signale: Die eigene Abfertigung wird in wenigen Jahren eingestellt, 300 Mitarbeiter sind betroffen. Jetzt geht auch die Eurowings-Zentrale nach Köln. Lufthansa begeht entscheidende Fehler, wenn sie Düsseldorf den Rücken kehrt. Hier und nicht in Köln ist das Herz eines Ballungsraums mit 18 Millionen Menschen. Emirates, Etihad und Co. haben das erkannt.

thorsten.breitkopf

@rheinische-post.de

(RP)