S-Bahnhöfe in Düsseldorf: Nächster Halt: Dauerbaustelle

S-Bahnhöfe in Düsseldorf: Nächster Halt: Dauerbaustelle

Ein Jahr nach Start der Arbeiten sind die S-Bahnhöfe Wehrhahn, Zoo und Derendorf immer noch nicht barrierefrei. Schuld an der Verzögerung ist laut Bahn auch Orkan "Ela". Der neue Bahnsteig in Derendorf kommt erst frühestens 2016.

Fahrgäste profitieren bislang wenig vom barrierefreien Ausbau der Haltestellen Wehrhahn, Zoo und Derendorf. Denn zwar sind die meisten Arbeiten an den Bahnsteigen inzwischen abgeschlossen, aber die neuen Aufzüge und Rolltreppen sind auch ein Jahr nach Beginn der Sanierung immer noch nicht fertig. Passagiere mit Rollstuhl oder Kinderwagen erreichen die Bahnsteige also weiterhin höchstens mit tatkräftiger Hilfe.

Besonders stark sind die Verzögerungen beim Umbau am Bahnhof Derendorf. Dort ist nach zwölf Monaten noch nicht einmal der neue Bahnsteig fertiggestellt. Weil es Probleme beim Abbruch des alten Fundaments gab, hat die Bahn die Arbeiten neu ausgeschrieben - der provisorische Metall-Bahnsteig in Fahrtrichtung Hauptbahnhof wird nun frühestens im Jahr 2016 ersetzt.

Die drei Bahnhöfe sind die ersten in Düsseldorf, die bei der "Modernisierungsoffensive II" angegangen wurden. Hauptziel: die barrierefreie Gestaltung der Stationen auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Flughafen, auf der die S1, S6 und S11 verkehren. Zudem sollen neue Dächer, Videoüberwachung und bessere Beleuchtung installiert werden. Mit den nach aktuellem Stand rund zehn Millionen Euro teuren Arbeiten will die Bahn die Stationen aus dem Keller der Fahrgastbewertung holen - die Tester des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) hatten vielen Halts in Düsseldorf miserable Noten ausgestellt.

Die neuen Bahnsteige wurden bereits im vergangenen Herbst gebaut, die Haltestellen dafür mehrere Wochen geschlossen. Die neue Ausstattung wurde später nach und nach installiert. Fahrgäste beklagten dabei immer wieder Probleme an den Stationen. So fehlte zeitweise eine Beschilderung der Haltestellen.

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Ausgerechnet der barrierefreie Zugang fehlt aber immer noch. Schuld ist laut Bahn der Orkan "Ela". Wegen der vielen Schäden in ganz NRW habe man für die Arbeiten ab Juni keine "Sperrpausen" mehr zugeteilt bekommen, also die Erlaubnis zum kurzzeitigen Stilllegen von Teilen des Bahnsteigs. Dadurch sei es nicht möglich gewesen, das Material zügig anzuliefern. Pflastersteine und andere Baustoffe werden nun per Hand über die Treppe oder durch kleinere Gleisfahrzeuge angeliefert. Die Arbeiten sind aber der Bahn zufolge auf einem guten Weg. "Die Aufzüge können Ende August oder Anfang September freigegeben werden", sagt ein Bahnsprecher.

Größer sind die Probleme in Derendorf. Dort waren von Anfang an die umfangreichsten Arbeiten vorgesehen. Unter anderem soll auch das alte Gebäude an der Münsterstraße abgerissen werden. Beim Abbruch der alten Bahnsteigkante stellte sich heraus, dass die Fundamente unter die Gleise ragen - dies sei aus den Plänen nicht ersichtlich gewesen. Deshalb wurde zunächst der provisorische Bahnsteig errichtet. Die Neugestaltung ist nun in einem Verfahren mit zwei Jahren Vorlauf ausgeschrieben.

Die Bahn führt die "Modernisierungsoffensive II" mit weiteren Stationen in Düsseldorf fort. In Hamm haben die Arbeiten bereits begonnen, im 2. Quartal 2015 soll der S-Bahnsteig in Bilk folgen.

(RP)
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