Düsseldorf: Nach Weihnachten geht's zum Shopping

Düsseldorf : Nach Weihnachten geht's zum Shopping

Den ersten Tag nach dem Fest nutzen die Menschen, um ungeliebte Geschenke umzutauschen oder Gutscheine einzulösen. Für die Händler ist die Zeit zwischen den Jahren genauso wichtig wie die zweite oder dritte Adventswoche.

Jedes dritte Geschenk, das unter den Tannenbaum gelegt wird, ist inzwischen ein Gutschein. "Gutscheine werden immer beliebter", sagt Anne Linnenbrügger-Schauer vom Handelsverband Nordrhein-Westfalen. Neuerdings gibt es sogar Universal-Gutscheine, erhältich an der Tankstelle oder im Elektronikfachmarkt, die bei über 500 Händlern in mehr als 20 Ländern eingelöst werden können. Zu unpersönlich? Mag sein. Aber das richtige finden wird der Beschenkte damit allemal. Und weil viele gar nicht lange warten wollen mit dem Tausch Geschenkkarte gegen Ware, strömten gestern Tausende in die Innenstadt.

Robert (42) und Christiane (40) Gillrath sind aus Erkelenz gekommen, um ein bisschen durch Düsseldorf zu schlendern. Den Bummel haben die beiden gleich genutzt, um Geschenke umzutauschen. Foto: Anne Orthen

"Der 27. Dezember ist immer stark frequentiert", weiß Linnenbrügger-Schauer, dann können die Menschen endlich mal wieder raus, in die Stadt, etwas anderes machen als Essen oder Weihnachtsfilme schauen. Dazu kommt das gute Wetter, das die Menschen vor die Tür treibt, "und viele haben Urlaub", sagt sie. Überhaupt sei die Woche zwischen den Jahren für die Händler sehr wichtig. "Für uns etwa so wichtig wie die zweite oder dritte Adventswoche", sagt Johanna Groeneweg-de Kroon, die Chefin vom Kaufhof am Wehrhahn. Drei Dinge wollen die Kunden in diesen Tagen: Gutscheine einlösen, Schnäppchen jagen, "weil viele Artikel reduziert sind", sagt Groeneweg-de Kroon, und unbeliebte Geschenke umtauschen.

So wie Robert und Christiane Gillrath. Die 40-Jährige hat von ihrem Mann eine Mütze zu Weihnachten bekommen, die einfach nicht gepasst hat. Und für den Sohn gab es Handschuhe von Borussia Mönchengladbach, "die waren leider ein bisschen zu groß", sagt Christiane Gillrath. Für die Mütze hat sie einen Warengutschein bekommen, die Handschuhe sollen gegen kleinere getauscht werden. "In diesem Jahr mussten wir ein paar mehr Sachen zurückgeben als sonst", sagt die 40-Jährige, die ehrlich ist, wenn ihr etwas nicht gefällt.

Valentin (21) hat von seinem Vater Gerhard Bleil (53) zu Weihnachten einen Juwelier-Gutschein bekommen. "Mein Sohn hat einen besonderen Geschmack, da soll er sich selbst etwas aussuchen", sagt Gerhard Bleil. Eine Uhr soll es werden, fügt der 21-Jährige hinzu. Foto: Anne Orthen

Einen Gutschein haben die Gillraths in diesem Jahr auch verschenkt, an die Eltern, die sich über eine Reise an die Mosel freuen dürfen. Große Gutschein-Fans sind die beiden aber nicht. Weil die Kinder (vier und acht Jahre alt) sich noch sehr freuen über die schönen Pakete. Madlaine Neil dagegen mag Gutscheine, von ihrer Mutter hat sie eine Geschenkkarte für einen Wäscheladen bekommen. "Das ist besser, als wenn Mama dort für mich eingekauft hätte", sagt die 22-Jährige, die mit ihrer Freundin Melina Mouratidis unterwegs ist, ein bisschen Shoppen nach den Feiertagen, ohne sich Gedanken machen zu müssen über Geschenke für andere. Den Gutschein will Madlaine Neil noch ein bisschen aufbewahren, bis sie das Passende gefunden hat.

Drei Jahre hat sie dafür in der Regel Zeit, "manche Gutscheine sind aber über die AGB der Händler anders befristet", sagt Anne Linnenbrügger-Schauer. Durch die steigende Zahl von Geschenkkarten ist die Umtauschrate gleichzeitig zurückgegangen. "2011 wurde etwa jedes 20. Geschenk zurückgebracht, jetzt nur noch jedes 40.", sagt sie. Im Textilbereich ist die Fehlerquote besonders hoch - über Größe vielleicht weniger, aber über Geschmack lässt sich auf alle Fälle streiten.

(RP)
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