Düsseldorf: Nach Unwetter Ansturm auf Werkstätten

Düsseldorf : Nach Unwetter Ansturm auf Werkstätten

Wegen Tausender Schäden an Autos durch den Orkan vom Montag arbeiten Düsseldorfs Werkstätten unter Volllast. Manche Fahrzeugbesitzer müssen Wochen auf eine Reparatur warten. Mietwagen werden knapp und teuer.

Das Unwetter vom Pfingstmontag hat in Düsseldorf vor allem zu massiven Schäden an parkenden Autos geführt. Zu der Zeit, als der Sturm über die Stadt hereinbrach, hatten die meisten Menschen Feierabend. Entsprechend viele Autos parkten daher an den von Bäumen bestandenen Straßenrändern. Nach einer Anlaufzeit von zwei bis drei Tagen spüren nun die Düsseldorfer Autowerkstätten einen massiven Zulauf von Autobesitzern, die ihre vom Sturm beschädigten Fahrzeuge reparieren lassen wollen. "Allein am Donnerstag kamen mehr als 50 Autobesitzer mit Sturmschäden an ihren Fahrzeugen zu uns", sagt Dirk Schmeißner, Kfz-Meister bei der Mercedes-Niederlassung an der Schloßstraße. Er zeigt auf einen Mercedes GLK. Ein Baum ist auf das Dach des Geländewagens mit großer Wucht gestürzt. Der Schaden ist irreparabel, das erst zwei Jahre alte Fahrzeug muss verschrottet werden. "Zum Glück war niemand im Wagen", sagt Schmeißner.

Auch wenn in den meisten Fahrzeugen keine Menschen waren, ist der gefühlte Schaden am Auto oft hoch, weiß der Auto-Experte. "Es gibt durchaus Menschen die weinen hier, wenn sie ihr kaputtes Auto sehen, das die mit viel Schweiß und Arbeit zusammengespart haben", sagt Schmeißner. Viele kämen auch mit kleineren Schäden zur Mercedes-Niederlassung. "Dennoch ziehen wir im Moment immer einen Sachverständigen hinzu, der die Fahrtüchtigkeit und Sicherheit der Autos überprüft", so der Kfz-Meister. Vielen Fahrzeugen würde man auf den ersten Blick nicht ansehen, dass etwa durch einen niedergegangenen Baum auch Achsen oder Fahrgestelle verzogen würden. Für die kommenden Tage erwartet Schmeißner einen deutlichen Anstieg der Eingänge an durch den Sturm beschädigten Autos.

Auch beim Autozentrum P&A am Höherweg erwartet man diesen Andrang. "Viele defekte Fahrzeuge befinden sich heute ja noch unter Bäumen oder Ästen. Erst wenn die weggeräumt werden, wird das komplette Ausmaß der Schäden sichtbar", sagt P&A-Geschäftsführer Andreas Kraemer. Bislang kamen erst etwa 30 beschädigte Fahrzeuge in die zehn regionalen Standorte der Firma, die unter anderem Händler für Fiat, Renault oder Nissan ist. "Viele kaputte Autos werden auch im Umfeld des Flughafens sein, da dort die Fahrzeuge vieler Urlauber abgestellt werden", sagt Kraemer.

Beim BMW-Vertragshändler Timmermanns in Heerdt hat man seit Dienstag etwa 50 Anmeldungen für Reparaturen registriert. "Die meisten Fahrzeuge sind zum Glück nur leicht beschädigt. Eine defekte Scheibe oder ein Außenspiegel ist auch trotz der stärkeren Belastung schnell ersetzt", sagt Thomas Timmermanns, Inhaber des Autohauses. Er rechne nur mit geringfügig längeren Wartezeiten. Bei Lackierarbeiten allerdings könne es länger dauern.

Das größte Problem vieler Besitzer beschädigter Autos ist die eingeschränkte Mobilität. Die Bahnen fahren oft noch nicht, das Auto ist kaputt. Da hilft vielen nur der Mietwagen. Doch dort gibt es Engpässe. Viele Mietwagenfirmen können im Moment keine Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Entsprechend steigen die Preise. Ein Kleinwagen bei Avis kostete gestern zwischen 90 und 105 Euro. Normalerweise werden weniger als 30 Euro für einen Tag fällig. Daimler zieht gerade Mietwagen einer eigenen Tochterfirma aus ganz Deutschland im Raum Düsseldorf zusammen, um Kunden vor Ort bedienen zu können.

(RP)