1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Nach Gewalttaten: Land prüft Waffenverbot für Düsseldorfer Altstadt

Nach Gewalttaten : Land prüft Waffenverbot für Düsseldorfer Altstadt

Die Gewalt in der Düsseldorfer Altstadt war nun auch Thema im Landtag. Zu einer möglichen Zone für ein Messer- und Waffenverbot äußerte sich NRW-Innenminister Herbert Reul aber zurückhaltend.

Die jüngsten Gewalttaten in der Düsseldorfer Altstadt waren nun auch Thema im Landtag. Zu einer möglichen Waffenverbotszone in der Altstadt hat sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) jedoch zurückhaltend geäußert. Dies werde sehr sorgfältig und gründlich geprüft, sagte er am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Schnellschüsse nützten in dieser Angelegenheit niemandem.

Nach zwei Bluttaten in den vergangenen Wochen hatte Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) eine solche Verbotszone gefordert. Auch Polizeipräsident Norbert Wesseler hatte ein solches Verbot befürwortet.

In der Düsseldorfer Altstadt gebe es ein sehr ernstes Problem, sagte Reul weiter. Unter den Feiernden seien regelmäßig größere Gruppen mit erhöhtem Aggressionspotenzial. „Oft männlich, oft mit Migrationshintergrund“, sagte Reul. „Diese Menschen sind wegen Gewaltdelikten oft schon polizeilich bekannt. Das sind Menschen, bei denen dann schon mal die Sicherungen durchbrennen.“

In der Nacht zum 16. Oktober war am Burgplatz ein 19-Jähriger mit einer abgebrochenen Glasflasche angegriffen und tödlich verletzt worden. Am darauffolgenden Wochenende hatte ein unbekannter Täter einen Jugendlichen auf der Hunsrückenstraße mit einem Messer niedergestochen – der 17-Jährige wäre fast verblutet und überlebte nur knapp. Laut Polizei hat sich sein Gesundheitszustand deutlich gebessert, er wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen.

  • Polizeistreifen in der Düsseldorfer Altstadt sind
    Gewalt in der Altstadt : „Wir können die Grenzen zu Düsseldorf nicht hochklappen“
  • Beim verschärften Messerverbot sind Klingen von
    Gewalt in der Düsseldorfer Altstadt : Wie eine Waffenverbotszone funktionieren könnte
  • Die Hunsrückenstraße in der Altstadt –
    17-Jähriger in Düsseldorf niedergestochen : Kontroverse um Waffenverbot in der Altstadt
  • Entscheidend sei Zustimmung seiner Frau : NRW-Innenminister Reul will nach Landtagswahl gern weitermachen
  • Der Rheinisch-Bergische Kreis ist in zwei
    NRW-Wahl 2022 : Was Sie über die Landtagswahl NRW 2022 im Rheinisch-Bergischen Kreis wissen sollten
  • Landtagsabgeordneter Dr. Günther Bergmann, NRW-Innenminister Herbert
    Grenzgebiet des Kreises Kleve : CDU diskutiert über Sicherheit

In beiden Fällen dauern die Ermittlungen an, heißt es von Polizei und Staatsanwaltschaft. Es würden weiterhin Spuren ausgewertet und Zeugen gehört. Im Fall des getöteten 19-Jährigen hatte sich vergangene Woche ein junger Mann der Polizei gestellt und angegeben, an der körperlichen Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein. Der 19-Jährige soll ausgesagt haben, vom späteren Opfer angegriffen worden zu sein – und sich gewehrt zu haben. Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, ist die Aussage des Verdächtigen stimmig. Er wurde daher wieder auf freien Fuß gesetzt.

(veke/dpa)