Nach Diskussion in Düsseldorf: Das tun andere Städte gegen Müll-Sünder

Diskussion um Stadtsauberkeit in Düsseldorf : Das tun andere Städte gegen Müll-Sünder 

Mönchengladbach hat Müll-Detektive und in Frankfurt gibt es eine eigene Stabsstelle zur Stadtsauberkeit.

Überfüllte Papiercontainer und wilde Müllkippen sorgen in jüngster Zeit in Düsseldorf immer wieder für Ärger. Jetzt fordert die CDU im Stadtrat ein neues Konzept zur Stadtsauberkeit und möchte den Einsatz von Müll-Detektiven erproben. Was tun andere Städte gegen das Problem? Ein Überblick:

Mönchengladbach

In der Nachbarstadt setzen die Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe (Mags) seit 2016 auf Müll-Detektive. Diese observieren Standorte, durchsuchen aber auch illegal abgeladenen Müll nach Hinweisen auf die Verursacher und gehen Anregungen von Bürgern nach.

Aktuell sind nach Angaben der Mags zehn Detektive in verschiedenen Schichten im Einsatz – auch am Wochenende. Teilweise arbeiten sie verdeckt. Da das Unternehmen die Befugnisse einer Sonderordnungsbehörde im Bereich der Abfallwirtschaft hat, können die Detektive auch Bußgelder verhängen.

Eine solche Befugnis ist auch ein entscheidender Punkt in der Diskussion um Müll-Detektive in Düsseldorf: So fordert die Union, dass diese beim Ordnungs- und Servicedienst angesiedelt sein müssten – damit sie im Sinne der Düsseldorfer Straßenordnung ebenfalls Verstöße ahnden dürfen.

Frankfurt

Die Stadt am Main wird im Antrag der CDU als Beispiel angeführt, wie ein Sauberkeits-Konzept für Düsseldorf aussehen könnte. Dort, so die Fraktion, habe es eine Erhöhung von Bußgeldern gegeben. Vergehen würden zudem entsprechend durch Ordnungspersonal geahndet.

Tatsächlich gibt es in Frankfurt schon seit 2002 eine Stabsstelle zur Stadtsauberkeit. Dort im Einsatz ist unter anderem ein „Sperrmüll-Vorermittler“. „Er wird aktiv, wenn Bürger wilde Müllkippen melden, läuft aber selber auch bekannte Plätze ab“, sagt Dagmar Schöne von der Stabsstelle. Erhärten sich Verdachtsmomente, gibt der Vorermittler das an die Stadtpolizei, die so etwas ähnliches wie der hiesige Ordnungs- und Servicedienst ist, weiter.

Außerdem sind Parkwächter eines privaten Sicherheitsdiensts in den Grünanlagen unterwegs, ahnden zwar keine Verstöße, machen Bürger aber etwa darauf aufmerksam, ihren Müll wegzuräumen. Im Rahmen des Projekts „Clean FFM“ wurden zuletzt zudem 1000 zusätzliche Mülleimer in der Stadt aufgestellt.

Berlin

In der Hauptstadt unterstützt die Stadt die Ordnungsämter der Bezirke personell im Rahmen des Projekts „Sauberes Berlin“.

Außerdem befindet sich gerade ein Konzept zu „Waste Watchern“ (Müll-Aufseher) in der Schlussabstimmung, wie die Stadt mitteilt.

Vorreiter in Berlin war der Bezirk Neukölln: Dort setzte die damalige Bezirksbürgermeisterin und heutige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey schon 2017 Müll-Sherriffs ein.

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