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Kö-Bogen Düsseldorf: Nach Brand: Joop! sucht Ersatzräume

Kö-Bogen Düsseldorf : Nach Brand: Joop! sucht Ersatzräume

Während Breuninger wie geplant am 17. Oktober im Kö-Bogen eröffnen kann, ist dies für die vom Feuer besonders betroffenen Marken Windsor und Joop! völlig offen. Der Schaden wird auf bis zu zehn Millionen Euro geschätzt.

Für Reiner Pichler lief alles glatt. Bis vor knapp einer Woche das Feuer alle Eröffnungspläne zunichtemachte. Pichler ist Chef der Schweizer Holy Fashion Group, zu der neben Strellson auch Windsor und Joop! gehören — zwei Marken, die zu den Attraktionen im Kö-Bogen werden sollen. Die Inneneinrichtung der beiden Läden war fast fertig, es sollte nur noch die Ware für die beiden Damen- und Herrenkollektionen angeliefert werden. Im westlichen der beiden Libeskind-Gebäude hat Windsor 300 Quadratmeter, Joop! 400 Quadratmeter angemietet; wie die Marken hängen auch die beiden Läden im Inneren des Gebäudes zusammen. Jetzt ist alles durch den Brand zerstört.

"Ich kann nichts sagen", so Pichler. Im Moment seien noch die Gutachter drin, der Abschlussbericht der Ermittler liege noch nicht vor. "Sicher ist nur, dass wir den Eröffnungstermin nicht halten können." Auch die Eröffnung der anderen Läden in diesem Gebäude wird sich wohl verschieben. Bei dem anderen, östlichen Libeskind-Bau mit dem Edel-Modehaus Breuninger als Hauptmieter bleibt es beim geplanten Eröffnungstermin am 17. Oktober. Das teilte gestern Abend Stefan Mühling, Chef des Projektentwicklers "die developer" mit. Ob die Geschäfte dann alle gleichzeitig in einem "Grand Opening" oder sukzessive eröffnen, stehe noch nicht fest. Die Brandschäden fallen bei den Mietern in diesem Gebäude, darunter Hallhuber, Porsche Design, Faber Castell, ein Poccino-Restaurant und — noch immer nicht offiziell — ein Apple Store, unterschiedlich schwer aus. Über die Schadenssumme schweigt sich Mühling beharrlich aus. Schätzungen gehen von bis zu zehn Millionen Euro aus.

Nach dem vorläufigen Gutachten der Brandexperten geht die Polizei von Brandstiftung aus, weil andere Möglichkeiten ausscheiden. Weshalb das Feuer gerade bei Windsor gelegt wurde? "Vermutlich, weil wir schon brennbares Material im Store hatten", sagt Pichler. An einen Zusammenhang mit seinen Marken glaubt er nicht. Offen ist für ihn auch, wer in der Brandnacht für die Sicherheit in dem Gebäude zuständig war — ob ein Sicherheitsdienst, der Generalbauunternehmer oder jemand anderes. All das werde noch untersucht. Laut Mühling hat das Sicherheitskonzept bis zur Brandnacht "dem üblichen Umfang entsprochen". Danach habe man die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Zu Details will er sich nicht äußern.

Auch wenn es länger dauern sollte, bis Windsor und Joop! ihre Geschäfte im Kö-Bogen aufnehmen können, präsent für die Kunden will man in der Zwischenzeit in Düsseldorf auf jeden Fall sein. "Wir sind gerade dabei, uns nach Ersatzflächen in der Nähe umzusehen", sagt Pichler. "Unsere Expansionsmanager sind vor Ort." Ziel sei, keine allzu lange Lücke zwischen den bisherigen Läden an der Königstraße (Windsor) und an der Kö im Sevens (Joop!) entstehen zu lassen.

Für Breuninger bleibt es beim geplanten Eröffnungsprogramm: Voreröffnung mit viel Prominenz am Abend des 16. Oktober, offizielle Eröffnung am Tag danach. Außer vielen Marken aus dem gehobenen und mittleren Segment, einer Filiale des Sylter "Sansibar" bietet das Stuttgarter Unternehmen in Düsseldorf "die größte Damenschuhabteilung Nordrhein-Westfalens", wie Sprecher Christian Witt betont. Bei Breuninger gibt es seit Beginn der Ausbauphase ein eigenes Sicherheitskonzept. "Handwerker, Lieferanten und andere Externe haben alle Ausweise und müssen sich anmelden." Das Kontrollsystem funktioniere gut und sei nach dem Brand nicht weiter verschärft worden.

Die Suche nach dem Brandstifter gehe mit unvermindertem Druck weiter, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa gestern. Konkrete Ergebnisse lägen jedoch noch nicht vor. Auch über die Herkunft des ominösen Zettels, der in der Brandnacht in der Nähe des Kö-Bogens gefunden worden war, gebe es keine neuen Erkenntnisse. Die Aufschrift "Fucking System" auf dem laminierten Zettel hatte den Staatsschutz auf den Plan gerufen. Dessen Prüfung eines möglichen politischen Hintergrunds stehe aber nicht im Vordergrund der Ermittlungen, betonte Kumpa.

Die Belohnung für Hinweise soll von den Bauherren, Investoren und der Versicherung auf 10 000 Euro erhöht werden. Nach dem ersten Schock, so Projektentwickler Mühling, herrsche "eine unglaublich positive Aufbruchstimmung. Alle wollen anpacken und die Folgen des Brandes beseitigen".

(RP)