Muslimisches Familienfest in Düsseldorf Benrath mit Fußballturnier

8000 Gäste erwartet : Muslimisches Familienfest für die Vielfalt

Fast achttausend Besucher feierten am Mittwoch ein muslimisches Familienfest und Fußballtunier in Benrath. Höhepunkt war das traditionelle Benefizspiel zwischen Pfarrern und Imamen.

Dass Düsseldorf zu Recht den Ruf besitzt, eine Stadt des offenen Miteinanders aller Religionen zu sein, bewies am Mittwoch das mittlerweile achte Familienfest und Fußballturnier des Kreises der Düsseldorfer Muslime, der sogenannte KDDM Cup. Fast achttausend Besucher genossen auf dem Gelände des VfL Benrath kulinarische Spezialitäten, zahlreiche Verkaufsstände und ein umfangreiches Bühnenprogramm. Höhepunkt des Tages war das Benefizspiel von Pfarrern gegen Imame unter der Leitung eines jüdischen Schiedsrichters.

„Hier sind heute jede Menge unterschiedliche Ethnien, die dem Islam angehören. Das friedliche Miteinander steht im Vordergrund“, sagt Dalinc Dereköy, Vorsitzender des Kreises der Düsseldorfer Muslime. Das Fest sei eine sehr schöne Möglichkeit, Freunde und Familie aus Düsseldorf und Umgebung zu treffen. „Hier ist aber jeder herzlich eingeladen. Wir stehen allen Religionen offen gegenüber“, sagt Dereköy.

Insgesamt 16 verschiedene muslimische Vereine – darunter die Moscheengemeinden, muslimische Jugendgruppen und migrantische Selbstorganisationen – spielten in bunt gemischten Teams ab einem Alter von 14 Jahren den ganzen Tag über um den umkämpften Pokal des Kreises der Düsseldorfer Muslime. Im Anschluss an das Fußballturnier folgte dann der Höhepunkt des Tages: In einem Benefizspiel spielten sieben Pfarrer gegen sieben Imame unter der Leitung des jüdischen Kantors Aaron Malinsky.

Nach zweimal 20 Minuten stand es 1:1, sodass Malinsky zum Elfmeterschießen rief, das die Imame für sich entscheiden konnten. Ein Livestream des Benefizspiels wurde auf Facebook von über fünfzigtausend Teilnehmern – überwiegend aus der arabischen Gemeinschaft – angeschaut. Viele hunderte Zuschauer verfolgten das Spiel zudem von den Tribünen des Benrather Stadions „Es gibt kaum ein Ereignis, dass das Miteinander der Religionen so gut zum Ausdruck bringt wie dieses Fest“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel, der das Fußballspiel mit seiner Ehefrau von der Tribüne aus verfolgte. Auch Dereköy betonte: „Fußball verbindet die Religionen. Das wollen wir heute beweisen“.

Aber auch abseits des Fußballplatzes gab es auf dem muslimischen Familienfest viele Aktionen. Etwa 7800 Besucher kamen über den ganzen Tag verteilt auf das Sportgelände. Rund 40 Verkaufs- und Essensstände luden zum gemütlichen Bummel und zur kulinarischen Reise ein. So gab es Adana, Cevapcici und Kisirt zu kaufen.

Besonders im Vordergrund standen in diesem Jahr zum 30-jährigen Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention etliche Spiel- und Sportangebote für Kinder. So gab es mehrere Hüpfburgen, Fußball-Darts, einen Menschen-Kicker und XXL-Wasserball.

„Das war der Knaller“, sagte der fünfjährige Imat begeistert, nachdem er mehrere Runden im durchsichtigen XXL-Wasserball durch ein großes Wasserbecken gerollt ist. „Das macht echt viel Spaß hier“, stimmt ihm seine siebenjährige Schwester Hafsa zu, die bereits ausgiebig die beiden Hüpfburgen ausprobiert hat und nun zu den Essensständen möchte. „Ich bin mit den beiden zum ersten Mal hier. Für Kinder gibt es hier ein tolles Angebot“, sagt Mutter Karima Bendaoud, bevor sie von ihren Kindern zu der nächsten Attraktion gezogen wird.

Für die erwachsenen Besucher warteten auf der großen Bühne neben dem Fußballfeld unter anderem die Comedian Gülcan vom Comedyensemble „Datteltäter“ und der Düsseldorfer Sänger Muhammad Yasbah, der als letzter Act auf die Bühne trat, bevor das bunte Familienfest mit dem Gebetsruf zum Nachmittagsgebet endete und hunderte glück­liche Familien von dem Sportgelände wieder zurück nach Hause schwärmten.

Mehr von RP ONLINE