Ahmadiyya in Düsseldorf: Muslimische Gemeinde weist Kritik an Rathaus-Ausstellung zurück

Ahmadiyya in Düsseldorf : Muslimische Gemeinde weist Kritik an Rathaus-Ausstellung zurück

Die Ahmadiyya-Gemeinde hat die Kritik der CDU an den Inhalten einer Ausstellung im Düsseldorfer Rathaus zurückgewiesen. Die CDU hatte das "problematische" Frauenbild der Ahmadiyya kritisiert.

Der Pressesprecher der Gemeinde, Mohammad Dawood Majoka, weist die Kritik von CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt in einem offenen Brief zurück. "Der hier verfolgte Ansatz zielt darauf ab, eine mediale Effekthascherei für parteipolitische Zwecke zu betreiben, anstatt ein konstruktives Dialogumfeld zu schaffen", schreibt er.

Foto: Mohammad Dawood Majoka

Die Gemeinde hätte sich demnach gewünscht, den Kritikern am Ausstellungsstand zu begegnen. Täglich hätten während der Ausstellung 20 bis 25 Gemeindemitglieder im Rathaus zum Gespräch zur Verfügung gestanden, davon sechs bis sieben Frauen.

Verwundert über Kritik gerade von der CDU

"Der Islam als Religion fordert seit jeher die bedingungslose Gleichwertigkeit von Mann und Frau", schreibt Majoka weiter. "Die aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate beziehen sich auf fein austarierte, moralische Grenzen in Bezug auf Keuschheit und Scham, die für beide Geschlechter gleichermaßen gelten."

Die Gemeinde sei verwundert über die Kritik gerade aus den Reihen der CDU, die sich für die "Herdprämie" stark mache und eine Frauenquote in den Führungsetagen ablehne. "Das hier verkörperte Frauenbild genügt den aufgestellten Ansprüchen wohl kaum."

CDU kritisierte Frauenbild der Ahmadiyya

Anlass der CDU-Kritik war eine Ausstellung der Ahmadiyya-Gemeinde im Rathaus. Vier Tage lang war dort die Wanderausstellung mit dem Titel "Eine Reise durch die Islamische Zeit" zu sehen.

Die CDU-Fraktion im Rat hatte am Samstag insbesondere Flyer kritisiert. Dort hieß es unter anderem, Kopftuch und Schleier seien "Mittel der muslimischen Frau, ihre Würde zu verteidigen". Und weiter: "Sie verdeutlicht damit, dass sie für den Mann auf der Straße nicht Objekt der Begierde sein will und er nicht über sie verfügen kann."

Fraktionschef Rüdiger Gutt kritisierte, dass solche Aussagen missverständlich seien: Man könne schließen, dass Frauen ohne Kopftuch Männer zum Sex einluden. Auch Vielehe und der Verzicht von Frauen auf Berufstätigkeit könne abgeleitet werden.

Wer die Ahmadiyya sind und wofür sie stehen, lesen Sie hier.

CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt mit den strittigen Flyern. Foto: Anne Orthen

Hier finden Sie ein ausführliches Porträt des Generalsekretärs der Gemeinde.

(hpaw)
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