Düsseldorf: Musiker gesteht: "War ein Schwein"

Düsseldorf: Musiker gesteht: "War ein Schwein"

Seine Sex-Eskapaden mit einer 16-Jährigen heimlich zu filmen und die Aufnahmen auf eine Porno-Seite im Internet zu stellen, brachte einem Pop- und Rock-Musiker (37) gestern 15 Monate Bewährungsstrafe ein. Zusätzlich muss er dem Mädchen 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen, urteilte eine Amtsrichterin. Zuvor hatte der Musiker reumütig gestanden: "Ich hab' mich wie ein Schwein verhalten!"

Mit einer Mischung aus Kokain, Amphetaminen und Alkohol hat sich der 37-Jährige nach auswärtigen Konzerten offenbar nicht nur einmal zugedröhnt: "Ich hatte öfter Nächte, in denen ich mich damit vollgepumpt, dann Pornos geguckt habe", so der Musiker gestern. In einer dieser Nächte habe er mit der 16-jährigen Düsseldorferin, die ihm zu einem Konzert nachgereist war, einvernehmlich ein Hotelzimmer geteilt, das Liebesspiel heimlich gefilmt und die Aufnahmen später im Netz veröffentlicht. Dass er von seinem Intim-Verhältnis mit dem Mädchen überhaupt Aufnahmen gemacht hatte, erklärte er mit "einer Art Obsession": "Ich wollte es auf diese Art in Erinnerung behalten."

Fatal für das Mädchen, dass dabei sowohl ihr Gesicht zu sehen war, als auch ihr Vorname bekannt wurde. 20.000 Euro forderte sie mit ihrer Anwältin deshalb jetzt vom Ex-Geliebten. Erhalten hat sie aber nur ein Viertel davon. Und das, obwohl der Musiker gestand: "Ich habe ihre Ehre und ihre Intimsphäre aufs Schwerste verletzt, bin damals in einer Art Wahn verfallen und hielt es wohl für eine prima Idee, die Filme hochzuladen!" Davon habe er aber erst am nächsten Morgen erfahren, als er vom Freund des Mädchens zur Rede gestellt wurde. "Da ist mir klar geworden, was für einen Mist ich gebaut hatte!" Seither habe er monatelang "alles unternommen", um die anzüglichen Aufnahmen aus dem Internet zu tilgen, habe sich jetzt zudem für eine Therapie angemeldet, um gegen derlei Drogenexzesse anzugehen.

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Die Richterin hielt 15 Monate Bewährungsstrafe für den bisher unbescholtenen Angeklagten für angemessen, setzte die Höhe des Schmerzensgeldes für sein Opfer auf 5000 Euro fest. Der Anwalt des 37-Jährigen hält das Strafmaß allerdings für völlig überzogen und hat sofort nach dem Urteil schon Berufung eingelegt.

(wuk)