Museums-Tipps für Düsseldorf: Im Ehrenhof gibt’s Kunst aus 1000 Jahren

Tipps für den Museums-Trip (1) : Im Ehrenhof Düsseldorf gibt’s Kunst aus 1000 Jahren

Wenn draußen heiß ist, gehen wir ins kühle Museum. Welche einen Besuch wert sind, erfahren Sie bei uns. Tipp 1: Das Museum Kunstpalast hat eine umfangreiche Sammlung, die einen Ausflug wert ist. Am Donnerstag ist für jedermann freier Eintritt.

Das Museum Kunstpalast (MKP) ist im Umbruch. Wer sich dem Ehrenhof von der Altstadt aus nähert, dem fällt sofort die Weite auf. In der Mitte erstrecken sich Wege und wunderschön bepflanzte Beete. Gleich links befindet sich das NRW-Forum, Richtung Norden folgt das in zwei Flügeln untergebrachte Museum Kunstpalast (MKP) mit dem runden Brunnen in der Mitte.

Dort stehen Liegestühle bereit, und tatsächlich brutzelt bei unserem Besuch bei mehr als 30 Grad eine Dame in der Sonne und liest. Hier beruhigt sich die Stadt. Rechts geht es zu den Wechselausstellungen, dort wird gerade kräftig umgebaut. Ab Ende September ist dort eine Schau zu sehen, die bestimmt ein Publikumsrenner wird. Name: „PS: Ich liebe Dich. Sportwagen-Design der 1950er bis 1970er Jahre“.

Solche Ausstellungen sind Höhepunkte, aber es ist beileibe nicht so, dass sich nur dann ein Besuch des MKP lohnt. Im Gegenteil: Gerade dieses Museum verfügt über eine tolle Sammlung mit Werken aus mehr als 1000 Jahren. Sakrale Kunst, die riesige Sammlung von Zeichnungen und Graphiken der Kunstakademie (u.a. von Michelangelo) und auch moderne Werke sind zu bewundern.

Adresse, Anfahrt, Preise Das MKP ist gut erreichbar. Wer mit dem Auto kommt, kann am Rheinufer parken oder im Parkhaus Uniper/Victoria. Mehrere Stadt- und Straßenbahnlinien halten in der Nähe (Haltestellen Nordstraße oder Ehrenhof/Tonhalle), ein paar Minuten Fußweg muss man einplanen. Öffnungszeiten MKP: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11–21 Uhr, Montag geschlossen.

Der Besuch der Sammlung (inkl. sonstige Ausstellungen) kostet für Erwachsene fünf Euro und ermäßigt vier Euro. Bis zum 12. September zahlen 7- bis 17-Jährige 1 Euro, Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Ab 13. September kostet der Besuch für 13- bis 17-Jährige 2 Euro, Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt. Tipp nicht nur für die Ferien: Donnerstags ermöglicht eine Kooperation mit den Stadtwerken freien Eintritt.

Kühl? Das Museumsthermometer: Im Foyer des MKP ist es in diesen Tagen etwas kühler als draußen (geschätzt 28 Grad), in den übrigen Sälen wird dann auf bis zu 23 Grad heruntergekühlt. Sehr angenehm.

Cool! Was auch Museumsmuffel überrascht: Das MKP beherbergt nicht nur große Düsseldorfer Kunstgeschichte bis hin zu Werken aus Jan Wellems Zeit, darunter das berühmte monumentale Rubens-Gemälde „Die Himmelfahrt Mariae“. Daneben sind moderne (u.a. Videokünstler Nam June Paik) und auch äußerst witzige Werke zu bewundern. Düsseldorf etwa als tragbare Stadt aus dem Koffer: Yin Xhiuzhen hat Lambertus, Rhein- und Schlossturm aus Second-Hand-Textilien erstehen lassen. Ein Raum ist der entarteten Kunst vorbehalten mit Schönheiten wie August Mackes „Vier Mädchen“.

Caféteria/Shop Die Caféteria gibt es derzeit nicht, sie soll am nördlichen Durchgang neu entstehen. Es sind aber nur ein paar Meter zum NRW-Forum. Der Museumsshop wird aktuell verkleinert geführt, neben Büchern und Karten etc. gibt es sehr schöne Gläser.

Yin Xhiuzhen hat Düsseldorf aus Second-Hand-Textilien geformt: mit Rheinturm und Stadtor (l.) und Lambertus. Foto: Uwe-Jens Ruhnau

Ambiente Die Bausubstanz des Ensembles aus den 1920er Jahren ist problematisch. Das Miteinander aber von Sandstein, Glas, weiträumigen Foyers und Aufgängen sowie modernem Museumsbau erzeugt eine besondere Atmosphäre. Im Ehrenhof vergisst man die Zeit.

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