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Kunstpalast-Wiedereröffnung: Museum geht in der Stadt spazieren

Kunstpalast-Wiedereröffnung : Museum geht in der Stadt spazieren

Am 7. Mai eröffnet die Sammlung Museum Kunstpalast nach mehr als zweijähriger Pause. Um Besuchern neben den Wechselausstellungen auch die Sammlung schmackhaft zu machen, startet das Haus jetzt mit einer neuen Kampagne an unterschiedlichen Orten. Das Motto: "Kunst befreit".

Nackte, die im Kö-Graben baden; schlafende Schönheiten, schlummernd an der Rheinufer-Promenade oder das antike Liebespaar, Venus und Adonis, das an der Kuppel der Schadow Arkaden schwebt. Nein, da hilft auch kein Augenreiben. Wer diese Bilder in den kommenden Wochen erhascht, hat keine Halluzinationen. Es ist eine neue Kampagne, mit der das Museum Kunstpalast auf die Wiedereröffnung seiner Sammlung am 7. Mai aufmerksam machen will.

Wir wollen die Besucher beflügeln

"Unser Motto lautet ,Kunst befreit'", erklärt Barbara Wiench, Marketing-Leiterin des Museum Kunstpalast. Und zwar zum einen, weil die Sammlung des Museums nach mehr als zwei Jahren Umbau-Arbeiten wieder aus dem Depot geholt und der Öffentlichkeit gezeigt werden könne. "Zum anderen, weil die Werke den Geist der Besucher befreien und beflügeln sollen", begründet Wiench.

Um diese "Befreiung" möglichst eindrücklich zu demonstrieren, hat sich das Museum mit verschiedenen Partnern in der Stadt aus den Bereichen Einzelhandel, Touristik und Verkehr zusammengetan und wird die zentralen Figuren einiger Gemälde quasi aus dem Museum entführen und sie mitten in der Stadt präsentieren.

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Der erste Schritt sind aufwändig gestaltete Plakate, die heute im Stadtgebiet gehängt werden. Darauf folgt das Platzieren der Kunstfiguren an ungewöhnlichen Orten. "Dann wird plötzlich ein 2,80 Meter hoher Jan Wellem mitten auf dem Weg stehen, die Bäume an der Rheinufer-Promenade in Glaskunst verpackt sein oder Göttin Diana in manch einem Schaufenster schlafen", sagt Wiench. Auch eine Rheinbahn mit "Kunst befreit" wird durch die Straßen fahren.

Zur Idee dahinter erklärt sie: "Wir wollen selbst den Kunstmuffeln die Scheu vor dem Museum nehmen." Getreu nach dem Spruch, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt. . .Doch in der langen Umbauphase im Ehrenhof sind die Museums-Macher durchaus auch mit sich selbst ins Gericht gegangen. So sei klar, dass die Dauersammlung im Gegensatz zu den Wechselausstellungen nichts Neues biete. "Sie trotzdem interessant zu machen, ist unser Ziel."

Mitmachen können die Düsseldorfer bei der Kampagne auch. So soll es den ganzen Mai über eine Art Schnitzeljagd geben. Die Kunstfiguren wechseln nämlich ihren Standort und tauchen unverhofft an anderer Stelle auf. "Diana, Jan Wellem und Co. werden über Facebook Tipps geben, wo sie sich gerade aufhalten", sagt Wiench. Wer sie findet, kann ein Foto von sich und der Figur machen und es beim Museum einreichen. "Für die besten drei Fotos gibt es dann eine Exklusiv-Führung mit unserem Generaldirektor Beat Wismer durchs Museum", sagt Wiench.

Auch das Logo des Museums ist neu: Ab sofort ist ein einfacher roter Rahmen das Zeichen. Diesen Rahmen soll es zur Wiedereröffnung in limitierter Auflage zu kaufen geben. "Er ist aus Plexiglas, 13 mal 18 Zentimeter groß und hat einen fairen Preis", so Wiench. "Kunst befreit" — steht darin. "Aber in den Rahmen kann man natürlich auch neue Kunst wieder einfangen."

(RP)