Als Erinnerung Mundartexperte will Bahnschienen erhalten

Düsseldorf · Die Straßenbahn fährt nicht mehr durch die Altstadt, aber die Gleise sind noch da. Heinrich Spohr regt an, sie zu erhalten. Er hätte auch eine Idee für einen besonderen Hingucker.

 So sah es aus, wenn eine Straßenbahn durch die Fußgängerzone in der Altstadt fuhr.

So sah es aus, wenn eine Straßenbahn durch die Fußgängerzone in der Altstadt fuhr.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Auch fünf Jahre nach dem Start der Wehrhahn-Linie liegen in der Altstadt immer noch die Straßenbahngleise. Mundartexperte Heinrich Spohr schlägt vor, dass sie dort bleiben. Aus seiner Sicht wäre das eine schöne Erinnerung an die Bedeutung der Altstadt für den Aufbau des Nahverkehrs – und eine schöne Attraktion für Besucher. Ideal fände Spohr, wenn sogar ein historischer Waggon als Hingucker auf den Schienen postiert wird.

Über viele Jahre fuhren die Straßenbahnen über die Bolkerstraße und die Hunsrückenstraße. Für die Fahrer war das eine besondere Herausforderung, denn sie mussten die Züge oft durch Menschenmassen in der Fußgängerzone lenken. Seit der neue U-Bahn-Tunnel 2016 in Betrieb gegangen ist, sind diese Zeiten vorbei.

Spohr erinnert daran, dass die Altstadt viele Jahre zuvor schon der Ausgangspunkt der ersten Straßenbahnen der Stadt gewesen war. Der Unternehmer Leopold Boyaert aus Brüssel hatte 1875 vom Stadtrat die Konzession zum Betrieb einer Pferde-Eisenbahn auf einer 1435 Millimeter breiten Spurbreit-Schiene in der Mitte der Straße erhalten. Die beiden ersten Linien starteten in der Altstadt. Rund zwei Jahrzehnte später wurden die Pferdebahnen dann durch elektrische Straßenbahnen ersetzt.

Spohr, der selbst in der Altstadt wohnt, würde sich wünschen, dass die noch existierenden Schienen mitsamt dem dazu gehörenden rosa Beton-Kopfsteinpflaster als Erinnerungsstück erhalten bleiben. „Mit dieser kulturellen Erinnerungsmaßnahme ergäbe sich ein besonders attraktiver verkehrsgeographischer und historischer Topos an passender Stelle“, meint er.

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