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Düsseldorf: Motorradfahrer erfüllen Träume

Düsseldorf : Motorradfahrer erfüllen Träume

Um Spenden für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst zu sammeln, trafen sich Biker aus ganz NRW zum Korso durch die Stadt. Erkrankte Kinder und ihre Geschwister durften mitfahren.

Knapp 2000 Motorradfahrer aus ganz NRW fuhren am Samstag beim sechsten "Biker4Kids"-Korso durch die Stadt mit. Die Gemeinschaft "Biker4Kids" hatte die Tour für den guten Zweck organisiert, um den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst zu unterstützen.

Kurz vor Beginn der Tour waren die Biker kaum zu bremsen: Sie hupten feierlich, winkten in die Menge und ließen ihre Motorräder gemeinsam rumoren. "Das ist ein großartiger Moment", sagte Detlef Mehlmann, einer der Organisatoren von "Biker4Kids". Die Vorbereitungen für diesen Tag liefen seit einem halben Jahr, einige Biker hatten sich sogar extra Urlaub genommen. Nachdem Mehlmann von der Polizei das Startsignal für den Korso bekommen hatte, dirigierte er die Biker über die Straßen. Der Korso führte von der Bergischen Kaserne bis zu den Oberkasseler Rheinwiesen und zurück - und sorgte zum Beispiel am Mörsenbroicher Ei für einige Staus. Erkrankte Kinder sowie ihre Geschwister durften im Beiwagen oder in einem Bus der Rheinbahn mitfahren.

Für Christopher war dies ein ganz besonderer Moment: "Das ist einer meiner größten Träume", sagte er. Der 14-Jährige leidet an Knochenschwund, einer unheilbaren Erbkrankheit, bei der sich die Knochen auflösen. Nun durfte er mit Biker Thomas Klement mitfahren: "Wenn ich das machen kann, freue ich mich. Das ist schon großes Kino. Das Wichtigste ist, dass die Kinder Spaß haben." Auch Vater Ulrich Stahlberg (49) freute sich für seinen Sohn, weil dieser sonst im Rollstuhl sitzt. Beim Motorradkorso könne er mal etwas anderes sehen, raus aus dem Alltag kommen. "Es ist ein gutes Gefühl", sagte Schwester Cynthia (17), die Christopher auf der zweistündigen Fahrt im Beiwagen begleitete. Die Begeisterung der Kinder übertrug sich auf die Biker.

"Ich habe selbst drei Kinder", sagte Harald Dederichs von den Schlossturmbikern. Einmal sei er beim Besuch im Krankenhaus irrtümlich auf der Krebsstation gelandet. Diese Situation habe ihn so geprägt, dass er helfen wollte. Der Motorradverein Schlossturmbiker Düsseldorf führe regelmäßig Aktionen durch, um Geld zu sammeln. So seien bereits im Vorfeld zum Korso 1000 Euro zusammen gekommen, die die Initiative dem Hospizverein spendete. Weitere Spenden würden folgen, sagte Detlef Mehlmann, daher sei die offizielle Spendenübergabe erst für den 25. Juni geplant. Außerdem musste jeder der Fahrer eine Startgebühr von einem Euro bezahlen, die dem Ambulanten Kinderhospizdienst zugutekommt.

2009 habe der Motorradkorso mit etwa 200 Bikern angefangen, erinnerte sich Ute Jacobitz, die seit zehn Jahren als ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Hospizverein arbeitet. Dass die Teilnehmerzahl des Korsos nun auf 2000 angestiegen ist, zeuge von "einem ganz tollen Zusammenhalt", so Jacobitz. Auch Michaela Frohnhof-Schwientek, Koordinatorin beim Hospizverein, zeigte sich begeistert: "Das Engagement ist berührend." Gerne hätte auch Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Korso wie 2013 angeführt, so Mehlmann, durch den Wahlkampf sei sie jedoch verhindert. Ganz vorne mit dabei war dafür Kabarettistin Käthe Köstlich in einem E-Mobil. Auch sie reihte sich in das Hupkonzert ein.

(RP)